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Leseprobe aus unserer Juli-Ausgabe

Juckt mich nicht!

Schon der Juckreiz eines einzelnen Mückenstichs kann uns Menschen verrückt machen. Stellen Sie sich mal vor, Sie verspüren dieses Gefühl den ganzen Tag und können nichts dagegen tun, außer sich zu scheuern – bis aufs Blut. So geht es Pferden mit Sommerekzem. Das kann man tun.

Sommerzeit ist Weidezeit! Für viele Pferde leider aber auch die Zeit des Juckreiz. Was man beim Sommerekzem tun kann, wissen unsere Experten.

Sommerzeit ist für viele Pferde leider auch Ekzemerzeit. In unserer Juli-Ausgabe widmen wir einen Beitrag diesem wichtigen Thema. Denn betroffene Pferde müssen sich nicht tagein tagaus quälen. Was Besitzer tun können, erklären unsere Expertinnen Tierärztin Dr. Inka Kreling-Boysen, Dr. Heidrun Gehlen von der Pferdeklinik der Freien Universität Berlin und Tierheilpraktikerin Caroline Sperling. Einen Auszug des Artikels lesen Sie exklusiv hier:

Du kriegst mich nicht!

„Pferde mit Sommerekzem gehören zu den Flugzeiten der Gnitzen nicht auf die Weide“, sagt Dr. Inka Kreling-Boysen, Spezialistin für Hautkrankheiten beim Pferd aus Ingelheim, sehr deutlich. Denn vorbeugen kann man dem Sommerekzem nur, indem man Stiche unterbindet. Das gelingt, wenn die Pferde nachts auf der Weide und tagsüber im Stall sind. Gnitzen sind während der Dämmerung besonders aktiv, da haben Ekzemerpferde draußen nichts zu suchen.

Neue Forschung macht Hoffnung

An der Freien Universität Berlin leitet Dr. Heidrun Gehlen eine Studie, die sich mit Pferden beschäftigt, bei denen das Sommerekzem und das allergische Asthma in Kombination auftreten. Die neuartige Behandlungsmethode gegen das Sommerekezem wurde bisher nur bei Pferden mit allergischem Asthma angewandt – seit Jahren mit Erfolg. Nun prüfen die Forscher, ob sie auch bei Ekzemern hilft. „Wir wirken auf das Immunsystem ein“, erläutert Gehlen. Mit lokalen Injektionen an Mähnenkamm und Schweifrübe soll aber auch ein systemischer Effekt erzielt werden“. Bei dem Präparat handelt es sich um spezifische Aminosäuresequenzen, die eine Veränderung der Immunantwort hervorrufen. „Beim allergischen Asthma erzielen wir damit auch nach wenigen Behandlungen schon sehr gute Resultate“, erläutert Heidrun Gehlen. Die Studie läuft noch, über Ergebnisse informieren wir.

Den kompletten Artikel mit weiteren wertvollen Tipps zum richtigen Management des Sommerekzems lesen Sie in unserer Juli-Ausgabe. Einfach bequem und versandkostenfrei online bestellen.

Alternative Therapien

Caroline Sperling ist Tierheilpraktikerin und für die Münchnerin ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Therapie besonders wichtig. Sie setzt bei der Fütterung der Pferde an und empfiehlt ihren Kunden neben einer ausgezeichneten Raufutterqualität eine getreidefreie Fütterung, die frei von synthetischen Zusätzen ist. Des weiteren geht es darum, den Stoffwechsel zu unterstützen. So soll der Körper besser entgiften können. Denn ihres Erachtens versuchen vom Sommerekzem betroffene Pferde über die Haut Giftstoffe auszuscheiden. „Darm, Leber und Niere sind die wichtigsten Entgiftungsorgane. Sie kann man durch Kräuter vorzugsweise in Apothekenqualität unterstützen und mit einem Toxinbinder entlasten. Es eignen sich zum Beispiel Brennnesseln, Ulmenrinde, Mariendistelfrüchte, Birkenblätter und Löwenzahn“, so die Tierheilpraktikerin.

Außerdem habe sie sehr gute Erfahrungen mit Blutegeln gemacht. Gerade bei stark angeschwollenen Stellen. Blutegel sollen entzündungshemmend und abschwellend wirken. „Wie oft ein Pferd behandelt werden muss, hängt sowohl von der Schwere der Erkrankung als auch von seiner Reaktion auf die Therapie ab. Wenn es nach der ersten Sitzung besser wird, wartet man ab, bis der Zustand wieder stagniert. Dann gibt es eine erneute Therapie. In der Regel setze ich die Egel etwa einmal pro Woche an“, erklärt Caroline Sperling. Die Blutegel werden direkt dort angesetzt, wo die Entzündung auftritt. Im Fall des Sommerekzems also an der Mähne oder der Schweifrübe. Außerdem wendet Sperling die Horizontaltherapie an. Das ist eine Stromtherapie, die auf mittelfrequentem Wechselstrom basiert. Die Therapie arbeitet mit verschiedenen körpereigenen biochemischen und biophysiologischen Wirkungen. „Im Idealfall wird die Therapie bereits in der ekzemfreien Zeit angewandt. So wird das Pferd bestmöglich auf die Saison vorbereitet“, so die Tierheilpraktikerin. Die Therapie dauert in der ekzemfreien Zeit etwa zwei Monate, im Sommer wesentlich länger. Eine Sitzung dauert etwa eine Stunde und sollte täglich durchgeführt werden. Dafür bekommen die Kunden ein Leihgerät, sie handeln nach einer Schulung komplett selbstständig. „Die Pferde genießen die Behandlung in der Regel, sie dösen ein“, meint Sperling. Der Kostenpunkt für die Therapie liegt etwa bei 300 Euro pro Monat. Bei viralen oder bakteriellen Infektionen kann man sie nicht einsetzen.