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Gefährlicher Ahorn

In Österreich sind kürzlich mindestens 15 Pferde vermutlich an einer Ahornvergiftung gestorben. Bei diesen Fällen ist auch vom plötzlichen Weidetod oder der Atypischen Weidemyopathie die Rede.

Hypoglycin A kommt in manchen Ahornarten vor und gilt als Auslöser des plötzlichen Weidetods.

Salzburg/AUT – Wie der ORF auf seiner Webseite meldet, seien innerhalb einer Woche mindestens 15 Pferde in den Gebirgsgauen verendet. Es heißt, die Pferde seien an einer Ahornvergiftung gestorben, da sie vermutlich nicht genügend Gras auf den Weiden fanden und deshalb den gefährlichen Ahorn in Form von Samen und Laub fraßen.

Schuld daran ist die abnormale Aminosäre Hypoglycin A, die in manchen Ahorn-Arten vorkommt, den Fettsäurestoffwechsel des Pferdes stört und zur Muskelschädigung führt. Betroffene Pferde zeigen Symptome wie Muskelschwäche, Atemlähmung oder gar Herzversagen. Ein Pferd muss nur wenige hundert Ahornsamen fressen, um sich zu vergiften. Der Urin von Pferden mit Ahornvergiftung färbt sich rot, da der Muskelfarbstoff über den Urin ausgeschieden wird. Außerdem sinkt die Körpertemperatur betroffener Pferde.

Hypoglycin A kommt vor allem im Eschen-Ahorn und im Berg-Ahorn vor. Letzterer ist auch in Deutschland weit verbreitet. Ahornvergiftungen treten besonders in den Monaten Oktober bis April auf. Der Großteil der vergifteten Pferde stirbt daran. Vorbeugend gilt es, Pferde nicht in der Nähe von Ahornbäumen grasen zu lassen und den Pferden auf kargen Weiden immer ausreichend Heu anzubieten. Zeigt ein Pferd Vergiftungserscheinungen, wirkt apathisch, taumelt, zittert, schwitzt und atmet schwer, muss sofort der Tierarzt kommen. Erst 2012 fanden Wissenschaftler heraus, dass Hypolycin A schuld am plötzlichen Weidetod ist.