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Welches Obst dürfen Pferde fressen?

Knackige Kirschen, erfrischende Melone, saftige Ananas – beliebte Snacks im Sommer. Auch Pferde lieben Süßes. Welche Obstsorten für Pferde geeignet sind und wann frische Früchte zur Gefahr werden, erfahren Sie hier.

Abwechslung für Feinschmecker: Neben Möhren fressen Pferde auch gerne Obst.

Berlin – Klassiker wie Äpfel, Birnen und Bananen dürfen bei Pferden durchaus auf dem Speiseplan stehen. Sogar Wassermelonen – selbstverständlich ohne Schale – sind erlaubt. Aber: Alle Obstsorten enthalten viel Fruchtzucker und wenig Rohfaser. „Für die Ernährung von Pferden ist das keine gute Zusammensetzung. Obst sollten daher nur in kleinen Mengen verfüttert werden“, weiß Expertin Dr. Kathrin Irgang. Die Tierärztin aus Berlin hat sich auf das Thema Ernährung spezialisiert.

Obst kann zum echten Gesundheitsrisiko werden: Steinobst darf auf keinen Fall im Futtertrog landen. Bei Pflaume, Pfirsich, Kirsche und Co. ist nicht nur der Kern eine Gefahr. Denn diese Obstsorten gären auch sehr stark, was zu Koliken führen kann. Daher dürfen sie nie an Pferde verfüttert werden. Auch von zuckersüßen Weintrauben und Beeren sowie Ananas rät Dr. Irgang ab. Etwas Abwechslung in der Obstauswahl ist aber möglich: „Zitrusfrüchte wie Mandarinen und Orangen sind – ganz selten und in kleinsten Mengen – erlaubt.“

Das Pferd ist keine Biotonne

„Generell ist die Qualität des Obstes wichtig, sonst drohen Durchfall, Blähungen oder gar Koliken“, warnt die Veterinärin und führt weiter aus: „Nur reifes Obst eignet sich für Pferde. Es darf aber nicht überreift oder gar angefault sein. Außerdem sollte es keinem Frost ausgesetzt gewesen sein.“ Das Pferd sozusagen als lebende Biotonne zu nutzen, ist also keine Option.

Auch Streuobst ist nicht von idealer Qualität. Wenn die Pferdeweide zugleich eine Streuobstwiese ist, muss der Pferdehalter vorsichtig sein. Dr. Irgang rät: „Man sollte überreifes Obst regelmäßig aufsammeln oder die Pferde nur für kurze Zeit auf die Streuobstwiese lassen.“ Viele Pferde steuern nämlich zielgerichtet zuerst die Apfelbäume auf ihrer Weide an. Das Fallobst inhalieren sie dann förmlich. Wespenstiche sind im Hochsommer dann ein zusätzliches Risiko.