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Alarmierend: Jedes zweite Pferd ist zu dick!

Zu viel Futter, zu wenig Bewegung. Tierärzte warnen vor dem Trend der dicken Pferde. Wie Ihr Vierbeiner gesund abspeckt, lesen Sie hier.

Rund und gesund? Nicht immer. Zu dick macht krank.

Malton/GBR - Jedes zweite Pferd ist zu dick, jedes fünfte sogar stark übergewichtig und es werden immer mehr. „Heute ist es ganz normal, dass man in einem Pensionsstall mit deutlich mehr Kritik konfrontiert wird, wenn man bei einem Pferd die Rippen sehen kann, als wenn es fettleibig ist. Die Leute haben sich einfach an diesen Anblick gewöhnt“, zitiert die Website der britischen Fachzeitschrift Horse & Hound den Tierarzt Joe Mackinder. Das Problem ist akut, betroffen sind besonders Ponys und Kaltblutrassen, aber auch Voll- und Warmblüter tragen inzwischen oft zu viele Kilo mit sich herum. „Wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem sich viele Veterinäre die Frage stellen, wie man zu den Leuten durchdringen kann, um ihnen klarzumachen, dass ein übergewichtiges Pony nichts ist, worauf man stolz sein sollte“, so Mackinder. Es bestehe nämlich auch ein großes Krankheitsrisiko, unter anderem durch Hufrehe und starke Überlastung der Gelenke und Sehnen. Dann gibt es oftmals nur noch einen Ausweg, erklärt der Tierarzt: „Manchmal kommt es vor, dass wir gerade im Frühjahr, zu Beginn der Weisesaison, fünf oder sechs Pferde pro Woche einschläfern müssen.“ Auch Stoffwechselerkrankungen wie EMS und Cushing kommen immer häufiger als Folgeerkrankungen bei adipösen Pferden vor.

Wann ist das Pferd zu dick?

Grundsätzlich gilt: Das Normalgewicht sollte bekannt sein, denn daraus können Sie die benötigten Tagesrationen des Pferdes ermitteln. Wer sich nicht sicher ist, wie das geht und ob das Tier zu rund ist, fragt einen Tierarzt. Vorab kann jedoch getestet werden, ob die Rippen bei leichtem Druck auf den Bauch schon zu spüren sind. Wenn nicht, ist das Pferd eindeutig zu dick. Außerdem sollte der Hintern nicht überproportional groß und apfelförmig, der Mähnenkamm und Schulterbereich nicht speckig sein. Ein regelmäßiger Besuch bei einer Pferdewaage hilft ebenfalls, die Pfunde im Auge zu behalten.

Was kann ich tun?

Wenn Ihr Pferd oder Pony zu dick ist, gibt es einige Tricks, die Pfunde zu reduzieren:

1. Bewegung: Empfohlen sind bei fettleibigen Pferden circa eine halbe Stunde Schritt und zehn Minuten Trab. Das kann langsam gesteigert werden. Ponys die nicht geritten werden können, lassen sich vielleicht mit dem Fahrrad sportlich ausfahren oder mit Bodenarbeit motivieren.

2. Füttern Sie kein energiereiches Kraftfutter. Mineralfutter und Heu kombiniert mit einem Salzleckstein sind völlig ausreichend.

3. Verpacken Sie das Heu in Heunetze und wenn möglich in drei Portionen statt zwei. Dadurch müssen die Pferde langsamer fressen und Sie haben die Futtermenge besser um Blick. Bei deutlich zu dicken Pferden sollte man eine zeitlang ein Heu-Stroh-Gemisch füttern, da Heu einen hohen Energiegehalt hat.

4. Wechseln Sie die Einstreu. Als Alternative zum Stroh bieten sich zum Beispiel Hobelspäne an. Wichtig: Pferde, die auf Spänen stehen, brauchen viele kleine Raufutter-Mahlzeiten am Tag. Fresspausen, die länger als vier Stunden sind, sollte man vermeiden. Denn darauf ist der Verdauungstrakt des Pferdes nicht ausgelegt.

5. Mit einer Fressbremse können Pferde abnehmen und trotzdem viel Zeit auf der Weide verbringen. Der Maulkorb sollte auf der Weide dann konsequent getragen und nicht nur bei saftigem Gras aufgezogen werden. Allerdings ist diese Fress-Einschränkung nur stundenweise zu empfehlen.

Die Ergebnisse der Diät sollten in der Regel langsam zu sehen sein, eine schnelle Abnahme ist ungesund, denn dabei werden körpereigene Fettreserven mobilisiert, die von Leber und Muskel nicht aufgenommen werden und zu überhöhten Blutfettwerten führen könnten.