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Die Thermoregulation des Pferdes

Warum Eindecken gut durchdacht sein sollte

„Bei entsprechender Gewöhnung vertragen Pferde unabhängig von der Rasse ohne Probleme Hitze und Kälte, sowie größere Temperaturschwankungen. Dauerhaftes Eindecken führt zu einer langfristigen Funktionsstörung dieser Thermoregulation“, sagt Verhaltensforscherin Dr. Margit Zeitler-Feicht.

Notwendige Decke oder übertrieben? Normalerweise benötigen Pferde keine Decke.

Grundsätzlich dient die Thermoregulation der Pferde zur Aufrechterhaltung der Körperkerntemperatur von 37,5 bis 38,5 Grad Celsius. Die Spanne, in der keine Energie aufgewandt werden muss, um die Temperatur zu halten, ist sehr groß. Sie liegt zwischen -8 und +25 Grad Celsius Außentemperatur. "Wenn Wärme abgegeben werden muss oder welche produziert werden soll, kommt die Thermoregulation ins Spiel. Diese geschieht zum Beispiel über das dichte, isolierende Haarkleid. Die Fettschicht, als auch die spezielle Anordnung der Haare leiten Regenwasser ab und sorgen so auch für Trockenheit", beschreibt die Verhaltensexpertin Dr. Margit Zeitler-Feicht von der der Technischen Universität München. „Bei stundenweiser Auslaufhaltung können gesunde Pferde mit gut konditionierter Thermoregulation auch in der kalten Jahreszeit tagsüber ohne Witterungsschutz gehalten werden."

Allerdings können Kälte, Nässe und niedrige Temperaturen auch für Pferde eine körperliche Belastung darstellen. Ein Witterungsschutz ist dann für Pferde, die ganzjährig oder über einen längeren Zeitraum Tag und Nach im Freien gehalten werden, notwendig.

Kältezittern kann ein Anzeichen von Frieren sein, erklärt Zeitler-Feicht. Sie plädiert allerdings dafür erst nach der Ursache zu sehen und nicht gleich einzudecken. Womöglich fehlt nur eine Unterstandmöglichkeit.

Die Risiken des Eindeckens:

Denn Eindecken führt teilweise zu einer Überhitzung. Der Anstieg der Körpertemperatur kann zu Abgeschlagenheit, verminderter Leistungsfähigkeit bis hin zu Kreislaufproblemen oder Koliken führen. Die eigene Thermoregulation lässt über die Zeit nach und macht somit das Immunsystem anfälliger für Krankheiten.

Außerdem werden die Hautatmung und der natürliche Feuchtigkeitsaustausch durch die Decke gestört. Damit erhöht sich das Risiko für Hautinfektionen, denn es entsteht ein idealer Nährstoffboden für Hautpilzerkrankungen. Entsprechend rät die Expertin, nur einzudecken, wenn es unbedingt notwendig ist.