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Leseprobe aus der März-Ausgabe

So helfen Selbstgespräche beim Reiten

Reden hilft. Auch beim Reiten. Selbst Profis wie Ingrid Klimke bedienen sich dem Selbstgespräch im Sattel. Wie der innere Dialog den Reiter beeinflusst und wie Sie ihn am besten gestalten, damit Sie mit ihm wachsen und besser werden – das haben wir erfahrene Reiter, Trainer und Ausbilder gefragt.

Die innere Stimme ist ein ständiger Begleiter. Wenn man übt, sie zu lenken, kann sie einen auch beim Reiten positiv beeinflussen.

Zu welchem Typ Reiter gehören Sie? Sind Sie eher die Quasselstrippe im Sattel, „na komm schon, Lavino, jetzt streng dich mal an“, „ach, da ist doch gar nichts“, „hier spielt die Musik“, „ja, braver Bub“... Oder gehören Sie zur Fraktion schweigsamer Wolf – ab und zu ein Schnalzen mit der Zunge, das muss reichen. Und: Sprechen Sie beim Reiten mit Ihrem Pferd oder mit sich selbst? Wenn ja: laut oder in Gedanken? Machen Sie auf jeden Fall weiter! In der Zwischenzeit verraten wir Ihnen hier, warum Reden beim Reiten Gold wert sein kann – und was Sie dafür tun können.

Mit Stimme klarer denken

„Selbstgespräch hat enorme Auswirkungen auf den Körper und die Bewegungsqualität“, sagt Lisa Siegler, die als Sportwissenschaftlerin und Trainerin A Reiten Kurse zum Thema Selbstgespräche beim Reiten gibt – eine Herzensangelegenheit. Die Auswirkungen können je nach Dialog in verschiedene Richtungen ausschlagen. „In der Sportpsychologie gibt es Studien, die nachweisen, dass der innere Dialog gekippt ist, kurz bevor die Leistung schlecht wurde“, berichtet sie. „Aufs Reiten bezogen hat, das jeder schon mal erlebt: In dem Moment, in dem ich anfange zu zweifeln und der innere Zweifel überhandnimmt, gelingt mir plötzlich nichts mehr – ich finde keine Distanz mehr zum Sprung, ich entferne mich von meinem Gefühl, ich gehe weniger aufs Pferd ein, ich verliere den Fokus und den Plan, was ich vorhatte und wie ich dahin wollte.“ Der innere Dialog wird zum Zünglein an der Waage. Und so wie er einen in eine Abwärtsspirale führen kann, kann er einen genauso in eine Aufwärtsspirale bringen.

Prominentes Vorbild auch in Sachen Selbstgespräche: Ingrid Klimke. Sie gibt wertvolle Tipps und Übungen, mit denen man die innere Stimme beim Reiten nutzen kann.
Lisa Siegler erklärt, was dabei passiert: „Ich kann meine Aufmerksamkeit lenken, ich kann mich auf bestimmte Dinge besser konzentrieren, ich kann meine Angst reduzieren, meine Atmung beruhigen – besonders in kritischen Situationen. Ich kann mir gerade jetzt in Corona-Zeiten selbst Hilfestellung geben, mir Unterricht geben und damit wieder konstruktiv in Lösungen denken, anstatt abzuschweifen.“ Das Selbstgespräch lässt einen klarer denken und sein Gefühl besser wahrnehmen. Und das kann man üben. Ja, man muss es sogar üben – die innere Stimme braucht Training, damit sie einen positiv begleitet. Das laute Selbstgespräch braucht Übung, auch weil es zunächst Überwindung kostet …

Warum das Selbstgespräch hilft, das Reiten zu verbessern und sogar Reiterfehler zu korrigieren plus wertvolle Tipps und Übungen unter anderem von Reitmeisterin Ingrid Klimke, Ausbilderin Corinna Lehmann und Sportwissenschaftlerin Lisa Siegler lesen Sie in der März-Ausgabe der Reiter Revue. Hier können Sie das Heft versandkostenfrei online bestellen.