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Leseprobe aus der November-Ausgabe

Richtig sitzen in der Wendung

In Wendungen wissen viele Reiter nicht, wie sie richtig sitzen sollen. Oft folgt ein verkrampfter Sitz und ein Pferd, das sich nicht biegt. Ausbilder Michael Fischer erklärt, wie es leicht und logisch geht.

Hier kann man gut erkennen, dass die Reiterin ihre Hüft- und Schulterachse gegeneinander twistet, um dem Pferd in der Biegung nicht im Weg zu sein.

Wie oft hört man als Reitschüler Korrekturen von seinem Trainer, wenn es um das Reiten von Wendungen geht: Die Schulter mehr mitnehmen, die innere Hüfte vorschieben, dann soll man noch in die Richtung gucken, in die man reiten möchte. Wenn das Pferd dann nicht geschmeidig durch die Ecke, Volte oder Schlangenlinie kommt, hat man auf jeden Fall schon mal eines: falsch gesessen.

Tatsächlich erklärt auch Michael Fischer, dass maßgeblich der Sitz für eine gelungene gebogene Linie verantwortlich ist. Aber es ist doch nicht so kompliziert, wie manch einer denkt. Der international erfolgreiche Reiter und Trainer orientiert sich beim Reiten grundsätzlich an zwei Achsen im Pferdekörper und setzt diese mit dem Reiterkörper in Verbindung. Die beiden entscheidenden Achsen sind das Brustbein, in der horizontalen Verlängerung die Schultern, sowie die Hüfte – sowohl beim Reiter als auch beim Pferd. Denn genau diese beiden Achsen sind sowohl für die Geraderichtung als auch für die Längsbiegung verantwortlich. Dabei unterstützt die Zügelführung die Achse des Brustbeins des Reiters und die Schenkeleinwirkung die Achse der Hüfte.

Achsen koordinieren

„Wenn man davon ausgeht, dass sowohl die Schultern von Pferd und Reiter, als auch die Hüfte von Pferd und Reiter sich immer zueinander parallel bewegen, muss man sich als Reiter eigentlich nur noch klar machen, wie sich das Pferd auf einer korrekt gebogenen Linie positioniert – also wie das Pferd seine Schultern und seine Hüfte ausrichten sollte“, erklärt Michael Fischer. Die meisten Reiter tappen hier aber in folgende Falle: Dass die äußere Schulter weiter vorgreift, als die innere ist den meisten auf Anhieb klar. Dass aber die äußere Hüfte weiter zurückbleiben müsste als die innere, damit sich das innere Beinpaar annähert und das äußere voneinander entfernen kann, um einen Bogen zu beschreiben, machen sich die wenigsten bewusst.“

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Das heißt für den Reitersitz, dass die Anweisung „innere Schulter zurück und innere Hüfte vor” zwar grundsätzlich richtig ist, sie aber in der Praxis oft zu verkrampft umgesetzt wird. Dabei ist die Bewegung im Reiterkörper eigentlich ganz simpel. Es geht nämlich tatsächlich um eine Art Twist. Die Schulterachse dreht sich in die Biegung, die Hüftachse leicht dagegen.“ Die meisten Reiter drehen – meist unbewusst – die Hüftachse mit in die Bewegungsrichtung, was dazu führt, dass sowohl die Schulterachse als auch die Hüftachse nach innen gedreht sind. Aus dieser Körperhaltung kann keine gebogenen Linie zustande kommen. Das Resultat sind dann meist Pferde, die mit der Hinterhand aus der gewünschten Spur schleudern”, erklärt Fischer. Das hieße für den Reiter dann im Beispiel einer Wendung nach links: Die innere Schulter geht zurück und die äußere vor, die Schulterachse wird also nach links – gegen den Uhrzeigersinn – gedreht. Die innere Hüfte geht vor und die äußere zurück, die Hüftachse wird also mit dem Uhrzeigersinn gedreht.

Dieser Artikel ist in der November-Ausgabe der Reiter Revue erschienen. Das Heft mit vielen weiteren Tipps zu Training, Pflege und Fütterung Ihres Pferdes können Sie hier versandkostenfrei bestellen.

Andernfalls wird es anstrengend, weil die Ausrichtung im Zweifel gegen die Bewegung geht und eine Längsbiegung sogar verhindert. Im Zuge dessen verlieren auch Schenkel und Zügel an effektiver und korrekter Einwirkung. Das hat fast immer zur Folge, dass stärker mit Schenkel und Zügel eingewirkt wird. Richtet der Reiter seine Schulter und seine Hüfte so aus, dass sie die Achsen des Pferdes in der Längsbiegung nicht behindern, kann er wesentlich feiner mit seinen Hilfen einwirken.

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