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Online-Workshop "Neuroathletik für Reiter"

Drei Fragen an Trainer Marc Nölke

Neuroathletik - das ist Training fürs Gehirn, um Konzentration, Koordination, Beweglichkeit und Balance zu verbessern. Vier Faktoren, die Reiten besser machen. Marc Nölke erklärt, was dahinter steckt.

Marc Nölke zeigt in unserem Online-Workshop die Grundlagen der Neuroathletik.

Kurz gefragt: Warum sollte man Neuroathletik-Training machen?

Marc Nölke: "Unsere Gehirne und unsere Körper sind gebaut, um sich zu bewegen. Wir haben sehr viele Muskeln und Gelenke, die sich bewegen sollten, damit das Ganze in guter Funktion bleibt. Der moderne Lebensstil schränkt aber natürliche Bewegungs- und Reizvielfalt stark ein. Viele natürliche Bewegungsmuster werden nicht angewendet. Zahlreiche gesunde Belastungen fallen weg. Unser Gehirn bekommt so aus Teilen des Körpers dauerhaft weniger Signale. Gehirnfunktion wird also dauerhaft reduziert, Neuronen degenerieren. Die Folge daraus können Bewegungseinschränkungen und Schmerz, Verdauungsdefizite, Balanceschwächen, Sehprobleme, Immunschwächen und hormonelle Störungen sein. Mit individueller Neuroathletik können wir sehr zielgerichtet sehr hohe Stimulationen erzeugen, die an die Fähigkeiten und den Zustand des Trainierenden angepasst sind. Sie trainieren genau das, was sie wirklich besser macht. Kurz gesagt: Wenn sie ein Ziel haben und Wert auf Effizienz und Effektivität legen, dann ist Neuroathletik-Training ein sehr smarter Weg.

Wie häufig empfiehlst du, es in der Woche einzubauen?

(lacht) Entschuldige, dass ich schmunzeln muss. Gegenfrage: Was ist dein Problem, wie lange hast du es schon? Was ist dein Ziel, was genau willst du erreichen und wie wichtig ist es dir? Davon hängt doch alles ab. Grundsätzlich: Je älter man wird, desto mehr muss man tun, um den Status quo zu erhalten oder zu verbessern.

Was ist denn bei Reitern oft etwas vernachlässigt und kann durch Neuroathletik verbessert werden?

Grundsätzlich denke ich, dass Reiter sehr mutig sind, meist viel Selbstvertrauen haben und empathisch sind. Pferde sind gute Coaches. Reiten ist herrlich, birgt aber viele Risiken. Fast alle Reiter mit 40 haben mindestens eine Gehirnerschütterung erlitten. Verletzungen am Kopf und im Gesicht sind am häufigsten. Davon kann man anhand verschiedener Daten ausgehen. Und Gehirnerschütterungen können Langzeitfolgen haben, je öfter, desto größer das Risiko. Sehstörungen, veränderte Spannungsmuster der Muskulatur, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit bis hin zu Ängsten und Depressionen können daraus entstehen. Ich bin der Meinung, dass Reiter ihren Körper sehr gut beherrschen sollten. Verglichen mit anderen Sportlern, die sich ähnlichen Risiken aussetzen, sind die koordinativen Fähigkeiten von Reitern jedoch geringer. Ein Ski-Abfahrtsläufer oder Skispringer beispielsweise hat eine wesentlich bessere sportliche Grundausbildung. Ein instabiler Sitz, Schiefen, Probleme bei Wendungen, einknicken in der Hüfte, unpräzise Hilfengebung – wer stets derlei Probleme hat, wird sie meist nicht dauerhaft durch die klassische Wiederholungsmethode lösen können. Es seid denn, die neuronalen Grundlagen werden adressiert. Und das tun wir mit Neuro-Rider.

Sie wollen es testen? In unserem dreiteiligen Online-Workshop zeigt Ihnen Marc Nölke live via Zoom, welche Übungen aus der Neuroathletik Sie voranbringen. 13., 20. und 27. September, jeweils um 19.30 Uhr. Hier geht's zur Anmeldung.