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Starke Partner: Lars und Gerrit Nieberg

Lars und Gerrit Nieberg sind ein Erfolgsduo. Auf den Turnierplätzen sieht man sie häufig im Doppelpack. Und auch sonst verbringen sie den Großteil des Tages zusammen. Ob es dabei immer harmonisch zugeht und was Lars Nieberg sich schon lange vorgenommen hat, verraten die zwei bei einem exklusiven Besuch auf Gut Berl.

Erfolgreiches Vater-Sohn-Gespann: Lars und Gerrit Nieberg.

Zuverlässig, fleißig, ehrgeizig. Mit diesen drei Worten beschreibt Springreiter Lars Nieberg seinen Sohn Gerrit. Ein bisschen Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Zu Recht. Schließlich ist der 25-jährige Sohnemann auf dem besten Wege, in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters zu treten. Im Dezember gewann Gerrit Nieberg gemeinsam mit dem 14-jährigen Holsteiner Hengst Contagio den Großen Preis von Frankfurt. Und auch im Championat von Leipzig platzierten sich die zwei auf einem vorderen Rang. Lars Nieberg formuliert das etwas anders: „Ich bin gerade dabei, den Staffelstab zu übergeben“, so der zweifache Olympiasieger, Welt- und Europameister sowie Deutsche Meister im Springsattel. Und zwar an seine beiden Söhne, Gerrit und den jüngeren Max. Wie ihre Eltern leben und arbeiten beide auf Gut Berl im westfälischen Sendenhorst. Hier hat Lars Nieberg vor fünf Jahren die Gestütsleitung übernommen. Eigentümer ist der Unternehmer und ehemalige Springreiter Hendrik Snoek, mit dem die Familie Nieberg in engem Kontakt steht.

Dass der 25-jährige Gerrit den gleichen Berufsweg einschlagen wird wie sein Vater, kam eher überraschend. Pferde standen bei ihm im Kindesalter noch nicht so hoch im Kurs. „Ich war damals fußballverrückt“, blickt Gerrit zurück. Das änderte sich im Alter von 13 Jahren. „Es ging von einem Extrem ins andere“, erinnert sich Gerrit. Plötzlich standen die Pferde bei ihm an erster Stelle. Doch bevor er beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei in Warendorf anheuerte, um dort seine Ausbildung zum Pferdewirt zu machen, lernte er den Beruf des Steuerfachangestellten. „Falls es mit der Reiterei nicht geklappt hätte“, begründet er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Es schadet auch nicht, sich damit auszukennen.“ Das Verhältnis zu seinem Vater ist freundschaftlich, sagt er. „Wir machen den Turnierplan gemeinsam und überlegen, welche Pferde wir wo einsetzen“, beschreibt Gerrit die Zusammenarbeit. „Und natürlich ist mein Vater auch ein Vorbild für mich.“ Dessen Zielstrebigkeit und Unermüdlichkeit bewundert er am meisten.

„Hier wird auch mal Klartext geredet. Damit kann jeder um
gehen. Hier ist niemand nachtragend.“
Lars Nieberg

Ein Problem mit dem Haussegen gibt es bei den Niebergs nicht. Und das obwohl sie jeden Tag miteinander verbringen, gemeinsam leben und arbeiten. Das Geheimnis der Familienharmonie: „Hier wird auch mal Klartext geredet“, verrät Lars Nieberg. „Damit kann jeder umgehen. Hier ist niemand nachtragend.“ Und am Ende ziehen alle an einem Strang, so der Springreiter. Trainiert wird meist zusammen. Vom Sattel aus behält Lars Nieberg seine Söhne im Blick. Deren sportliche Erfolge habe er nie forciert. „Sie sollten erst einmal richtig reiten lernen“, sagt er und meint damit in erster Linie den richtigen Umgang mit den Pferden. „Die Erfolge sollten immer in Relation zum reiterlichen Können stehen“, lautet sein Kredo. In das Pferd hineinhorchen und dem Pferd in jeder Situation gerecht werden, das ist Lars Nieberg wichtiger als jede Medaille. Er plant zwar schon länger, selber sportlich etwas kürzer zu treten, um seinen Söhnen vermehrt den Rücken zu stärken. Doch überstürzt er dieses Vorhaben nicht. Um die 40 Turniere kommen noch immer pro Jahr zusammen, verrät er. Auf den größeren sind Lars und Gerrit Nieberg dann als Zweiergespann unterwegs.

Vor Ort ist jeder Ritt genau geplant. Im Nachgang wird analysiert. Dabei profitiert Gerrit von der Erfahrung seines Vaters. Aber auch Lars weiß, was er an seinem Sohn hat: „Er setzt schon ganz gut um, was ich sage“, grinst dieser. Und was gibt der Vater seinem Sohn mit auf den Weg, bevor es in den Parcours geht? „Wir haben bereits beim Abreiten alles genau durchgesprochen. Kurz vorher soll sich der Reiter auf den Parcours konzentrieren. Da will ich nicht mehr viel dazwischen quatschen“, beschreibt Lars die Sekunden vor dem Einritt. Einen Satz gibt er seinen Jungs aber dennoch immer mit in den Parcours: „Viel Spaß“, zitiert Gerrit seinen Vater grinsend. Kurz, knapp, herzlich. Und genau das bringt die Passion der Niebergs auf den Punkt.