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Leseprobe aus unserer April-Ausgabe

Im Portrait: Isabell Werths Pferdepflegerin Steffi Wiegard

Bürojob im Baumarkt, Turnierpflegerin im Stall von Isabell Werth, mit quietschbunter Perücke als „international dressage show pig“ Schweini Schwein. Bei Steffi Wiegard steht die Welt nur still, wenn sie tief und fest schläft.

Steffi Wiegard besucht ihr Herzenspferd Johnny am Winterauslauf. Im Hintergrund: El Santo, der auch auf eine Möhre hofft.

Jetzt kabbeln sie sich wieder. Weil Johnny aber auch immer Ernie ärgern muss.“ Stefanie „Steffi“ Wiegard steht am Sandpaddock und schüttelt den Kopf. Die beiden dickpelzigen Wallache bleiben stehen und schauen scheinheilig zu ihren Besuchern – „war was?“ Es sind Don Johnson FRH und El Santo NRW, zwei Weltstars im Unruhestand. Johnny, der Lausbub, um keinen Streich verlegen, Ernie, die immer treue und unkomplizierte Seele von Pferd. Steffi Wiegard kennt sie in- und auswendig. Sie ist Turnierpflegerin im Stall von Isabell Werth. Und der, der nun zum Koppeltor kommt und sich mit keckem Blick an sie schmiegt, um ein paar Möhren zu ergattern, ist ihr Herzenspferd: Johnny.

Sie streicht dem 20 Jahre alten Rentner übers Ohr. Mit Johnny war’s nie langweilig. Schon nicht bei Steffi Wiegards Turniereinstand für Isabell Werth, in Verden. Die Reiterin musste noch Interviews am Dressurviereck geben und schickte ihre Pflegerin samt Pferd zum Lkw. „Reite am besten zurück, der Weg ist weit“, habe sie ihr noch gesagt. „Es wurde eine Challenge“, erzählt Steffi Wiegard lachend. „Er war wild und frech, wollte abgehen. Aber es ist gut ausgegangen.“

Dass Steffi Wiegard mal einen Beruf mit Pferden ausüben würde, ist eigentlich nur ihrem beharrlichen Willen zu verdanken. Ihre Eltern waren nicht die größten Pferdenarren. „Pferde stinken“, hätten sie immer gesagt. Steffi Wiegard stammt aus Münster, hat einen älteren Bruder, der lieber Handball spielte. Unweit ihres Elternhauses befand sich der Reiterverein St. Georg Münster, dort wo auch Familie Klimke ihre Pferde hatte und Michael Klimke noch heute trainiert. Und genau dorthin zog es Steffi als Kind.

Bei jeder Gelegenheit fuhr sie mit dem Fahrrad hin, um Ponys und Pferde zu putzen und auf den Schulpferden reiten zu lernen. „Ich habe die Zeit von Reiner Klimke mit Ahlerich und Pascal erlebt. Seine Pferdepflegerin Claudia Rosner hat mich damals mit an die Hand genommen, von ihr habe ich alles gelernt.“ Steffi arbeitete sich hoch, ritt bei Ausbilder Ralf Isselhorst, der einen Stalltrakt auf der Vereinsanlage hatte, und begann schließlich, für Michael Klimke die Pferde zu pflegen. Sich um sie zu kümmern, statt sie zu reiten – das war immer schon eher ihr Ding. „Reiten kann ich, aber das können andere besser“, sagt sie.

Steffi machte Abitur und begann Geografie zu studieren, doch die anfängliche Freude an der Erdkunde verflog schnell. Jetzt musste etwas „Solides“ her – auch um den Familienfrieden zu wahren. Steffi zog nach Hamburg, um dort eine Ausbildung zur Bürokauffrau zu machen – und wie das für Münsteraner so typisch ist: Sie kehren irgendwann wieder zurück in ihre Heimatstadt. Steffi Wiegard arbeitete Vollzeit – und ohne Pferde nur teilzeitglücklich – in einem Baumarkt-Büro als eines Tages im Sommer 2012 ihr Telefon klingelte. Nummer unbekannt. „Hallo, hier ist Isabell Werth.“ …

Warum Isabell Werths Anruf das Leben von Steffi Wiegard auf den Kopf stellte und die beiden wie ein altes Ehepaar sind, wer welche Marotten hat, was es mit Emily Erdbeere und Schweini Schwein auf sich hat – all das lesen Sie im vollständigen Portrait über Steffi Wiegard in unserer April-Ausgabe. Und die gibt’s versandkostenfrei hier!