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Wegen Tierquälerei verurteilt: Springreiter Paul Estermann geht erneut in Berufung

Der ehemalige Schweizer Kaderreiter Paul Estermann ist bereits von drei Gerichten wegen Tierquälerei verurteilt worden. Und ging jedes Mal in Berufung. Auch beim vierten Mal akzeptiert er das Urteil nicht.

Paul Estermann im Sattel von Lord Pepsi bei der EM in Rotterdam 2019.

Luzern/SUI – Bereits drei Gerichte verurteilten den Schweizer Springreiter Paul Estermann wegen Tierquälerei. In allen drei Fällen akzeptierte dieser das Urteil nicht und ging jedes Mal in Berufung. Die jüngste Verhandlung fand vor dem Kantonsgericht in Luzern statt. Und wie die Luzerner Zeitung berichtet, fordert sein Verteidiger wieder den Freispruch.

Estermann wird vorgeworfen, im Zeitraum zwischen 2014 und 2016 zwei seiner Pferde, die Stute Castlefield Eclipse und Lord Pepsi, mit der Peitsche misshandelt und dabei verletzt zu haben. Mehrere Zeugen sagten gegen den Springreiter aus. Fotos sollen die Verletzungen von Eclipse dokumentieren.

Der Verteidiger des Springreiters zog alle Register: Er stellte die Glaubwürdigkeit der Zeugen sowie die Beweiskraft der Fotos infrage, vermutete einen Komplott gegen seinen Mandantenund bezweifle, dass für diesen während des Prozesses die Unschuldsvermutung gegolten habe. Der Staatsanwalt sprach Estermann dennoch der Tierquälerei schuldig und erhöhte die Strafe auf 120 Tagessätze zu je 160 Franken und ein Bußgeld von 4.800 Franken.

2017 zeigte ein ehemaliger Mitarbeiter Paul Estermann an. Im Mai 2018 wurde er zum ersten Mal schuldig gesprochen und erhob Einspruch. Nach einem weiteren Termin vor Gericht, landete der Fall vor dem Bezirksgericht Willisau. Dort wurde der Reiter am 19. November 2019 ein drittes Mal schuldig gesprochen. Kurz danach trat er aus dem Schweizer Kader aus. Lord Pepsi, mit dem Estermann 2019 noch an der Europameisterschaft teilnahm, ist mittlerweile in einen brasilianischen Stall gewechselt.

Die Luzerner Zeitung zitiert den Reiter am Schluss der Verhandlung: „Das Reiten ist mein Leben. Ich habe immer alles für die Tiere gemacht – und stehe nun da als Tierquäler. Ich verstehe es nicht."