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Ganztägiger Weidegang? Plötzliche Probleme mit Herdentrieb

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  • Ganztägiger Weidegang? Plötzliche Probleme mit Herdentrieb

    Hallo,
    bin nach verzweifelter Suche nach einem für die dressurmäßige Turnierreiterei geeigneten Stall zum zweiten Mal dieses Jahr in einer Anlage gelandet, wo man den vielgepriesenen ganztägigen Auslauf (bis zum Sonnenuntergang) von sowohl Freizeit- als auch Turnierpferden praktiziert. Leider kommt mein Pferd nicht darauf klar, allein im tagsüber in der Regel pferdeleeren Stall zu sein. Sobald ich ihn in die Paddockbox stelle, fängt der Wallach an zu schreien und wie wild raus und reinzulaufen, so dass er innerhalb von 10 Minuten schweißnass ist, weder frisst, pinkelt oder sonst zur Ruhe kommt. Auch beim Putzen und Satteln ist es sehr anstrengend und nervig, weil er total unter Strom ist. Ein Pferd mit reinstellen ist auch keine dauerhafte Lösung, da es leider nur eine Einstellerin gibt, die ihr Pferd auch nachmittags reinstellen mag.
    Wenn sie mal weg ist, oder ich früher reiten möchte, habe ich wieder diesen Terror.

    Ich habe bereits versucht, mein Pferd ab Mittag daran zu gewöhnen die Lage für 2 bis 3 Stunden allein zu akzeptieren. Das klappte allerdings überhaupt nicht, ganz davon abgesehen, dass die Rennerei auf Dauer voll auf die Knochen geht und am Ende sich das Tier noch an den Paddockstangen verletzt. Das gleiche ist mir dieses Jahr bereits in einem ähnlich organisierten Stall passiert, wo ich zusätzlich noch das Problem bekam, das Pferd auf vom Stall entfernteren Plätzen nicht entspannt reiten zu können. Das geht jetzt zwar ganz gut, aber alles andere ist total verquer und überhaupt nicht kompatibel mit dem turniermäßigen Reiten. Mit einer Pferdetrainerin (Bodenarbeit und angstfrei reiten usw.) habe ich es auch mal probiert, was total in die Hose ging, da am Ende das Pferd noch nicht ma mehr auf den Hänger ging. Komischerweise hatten wir zuletzt ein Sommerdomizil -unfallbedingt ist eine Freundin von mir eingesprungen- wo es kein Problem war, meinen Wallach allein in die Box zu stellen. Dort war leider nichts frei für länger.

    Nachdem ich mein Pferd bereits 5 glückliche Jahre besitze und eine gute harmonische Beziehung mit dem Dicken hinter mir habe, bin jetzt an einem Punkt, wo ich langsam verzweifele und die Lust verliere. In den 5 Jahren bis Anfang 2014 habe ich so eigentlich keine Probleme gehabt, mein Pferd allein auf dem Platz oder in der Halle zu reiten, bin sogar oft allein ins Gelände gegangen oder wir sind total stressfrei mit ihm allein auf dem Anhänger zum Turnier gefahren, wo das Pferd lieb und ruhig stehen blieb. Er blieb auch allein auf dem Paddock draussen. Die Ställe, in denen er bis dato war, waren allerdings auch so organisiert, dass nicht immer alle Pferde draussen waren. Ich interpretiere das aus der Sicht meines Pferdes so, dass der Stall wohl eine sichere Basis für ihn bedeutet hat. Die fehlt ihm jetzt. Und ich bin super genervt von dem Outdoor-Terror in vielen Ställen.

    Ganz abgesehen von der Unruhe, die entsteht, wenn immer wieder die Herden zerrissen werden, ist es für ein Pferd dass leistungsmäßig trainiert werden soll, sicherlich nicht förderlich, wenn es nach 6 Stunden Paddock mit ein paar Halmen Heu im Magen geritten werden soll. Zu meiner Verzweiflung ist bei uns in der Region das Angebot an Pensionsställen mit guten Trainingsmöglichkeiten äußerst begrenzt - die wenigen guten sind natürlich belegt - so dass ein erneuter Stallwechsel auch keine Lösung für mein Problem darstellt. Mittlererweile denke ich wirklich daran, den Reitsport aufzugeben, bei all dem Ärger den wir die letzten Monate hatten.

    Jetzt die Frage an Euch: Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr Ähnliches erlebt? Würde mir auch schon helfen, da ich mir so blöde vorkomme bei all den vielen Jahren Erfahrung mit Pferden und dem Reitsport. Oder vielleicht hat jemand eine Idee, was man sonst noch machen könnte? etc.

  • #2
    Hallo Lassbert, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen ;-)
    Verstehe ich dich richtig dass dein Pferd morgens mit den anderen rauskommt und dann Mittags alleine in den Stall zurück kommt und dann das Theater (verständlicherweise) anfängt? Oder bleibt er den ganzen Tag drin und kommt gar nicht auf die Weide?
    Sicher ist eine Umstellung und neue Umgebung immer wieder Stress für ein Pferd, Routine würde hier wohl eher Ruhe reinbringen. Du schreibst ja das du dieses Jahr schon zweimal umgezogen bist, so ein Pferd ist mehr als sensibel.
    Er braucht schon nen Kumpel, guten Boxennachbarn und sogleich Weidepartner. Die Turniersaison geht doch jetzt dem Ende zu, was ist wenn du ihm die Zeit mit seinen Weidepartnern gibst und ihn von der Weide zum Reiten holst? Wie sieht die Weidenhaltung an sich in deinem Stall aus?
    Sorry, Fragen über Fragen

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    • #3
      Warum muss er denn Mittags rein???

      Sorry, aber es ist ein ganz normales Verhalten, dass das Herdentier Pferd damit ein Problem hat, alleine getrennt von seiner Herde zu sein.

      Vielleicht lernt er es, aber warum genau muss dieser Stress denn sein, dass er alleine im Stall stehen muss? Verstehe ich nicht?

      Weil Turnierpferde nicht den ganzen Tag draußen sein dürfen? Sorry, ketzerisch... ;-)

      Aber ich kenne hocherfolgreiche Turnierpferde, die den ganzen Tag auf der Weide oder sogar im Offenstall stehen...

      Wenn Du Mittags reiten willst, hol ihn rein, reite ihn und bring ihn wieder zurück auf die Weide oder den Paddock.

      Warum muss er vorher oder danach in die Box? Es ist absoluter Quatsch, dass ein Pferd vom Weideganz "kaputt" ist und sich vor dem Reiten erst mal ausruhen muss. Eher das Gegenteil ist der Fall, siehst Du ja an Deinem Pferd. In der Herde ist er entspannt, im Stall alleine hat er Stress.

      Nicht falsch verstehen, meiner Meinung nach sollte jedes Pferd in der Lage sein, mal alleine zu stehen - es kann immer Situationen geben, wo das erforderlich ist. Aber man muss es nicht erzwingen.

      Und ich verstehe nicht, welchen Nutzen es haben soll, dass er schon Nachmittags rein kommt...?
      Last edited by Yvonne; 21.10.2014, 09:57.
      Ponys sind Charaktersache!

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      • #4
        Hallo Sabsi,
        es ist halt die Frage, ob das Pferd sich an die Situation gewöhnt, da es bisher keine Entwicklung gegeben hat.
        Also, der Wallach kommt frühen nachmittags rein. Mittlererweile haben wir ein weiteres Pferd mit dazu gestellt, so dass es gut geht. Die beiden sind dann ca. 5 bis 6 Stunden draussen gewesen. Zusätzlich stehen sie in einer Paddockbox, können also auch raus wenn sie drinnen sind.
        Wenn ich früher reiten will oder muss, kann ich ihn natürlich von der Weide holen, habe dann aber das Theater beim Fertigmachen. Zusätzlich schlecht für das Trainin gist, dass mein Pferd vom draussen seineher müde wird und auch nicht draussen richtig pinkelt Er also idealerweise eine kleine Weile in der Box bräucht um zu fressen und runter zu kommen.
        Die Weide ist eher ein leegefressenes Großpaddock, auf dem die Pferde en wenig Heu knabbern. Meines Erachtens ist es für ein Pferd, das Leistung bringen soll, so nicht angemessen. Zumal die letzte Fütterung von Kraftfutter morgens war und abends unregelmässig erst ab ca. 20 Uhrgefüttert wird.
        Klar ist Herdenverhalten nicht weiter überraschend, aber die Intensität fällt ja auch unterschiedlich aus. Siehe selbst bei einem individuellen Pferd. Und je nach Grad ist "Theater" tolerabel für Mensch und Tier gleichermaßen. Ich frage mich halt, weil man meiner Meinung nach darauf angewiesen ist, dass man das Pferdmal allein lassen kann, ob sich mein Pferd daran gewöhnen wird, in gerade diesem Stall von seinen Kumpels getrennt zu sein. Man kann ja nicht immer jemanden dazu organisieren.

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        • #5
          Sorry, aber ein Pferd muss ich nicht ausruhen, wenn es von der Weide kommt. Vielleicht muss Dein Pferd sich daran noch gewöhnen, aber eher musst Du Dich vielleicht daran gewöhnen, einfach ein ausgeglichenes Pferd unterm Sattel zu haben?

          5-6 Stunden mit Heu draußen, besser als nix, aber auch nicht gerade lange. Und Paddockbox - das ist ja nix zum großartig rumlaufen, das ist eher zum frische Luft schnappen.

          Die Pferde haben draußen Heu, ist doch super! Keine langen Fresspausen.

          Lass ihn halt draußen. Und wenn Du dann reiten willst, dann reite und stell ihn danach wieder raus. Sei froh, dass Du die Möglichkeit hast, Dein Pferd rauszustellen. Viele Leute hätten sowas gerne, mit passenden Trainingsbedingungen.

          Und mal Butter bei die Fische: von welchem Niveau reden wir hier?

          Ich kenne Leute, die verdienen Geld mit der Reiterei und die Pferde stehen den ganzen Tag draußen. Es geht also, Turniere zu reiten, leistungsmäßig, und die Pferde trotzdem Pferd sein lassen.
          Ponys sind Charaktersache!

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          • #6
            Ich denke auch du solltest ihm jetzt über die Turnierpause hinweg die Möglichkeit geben sich draußen zu etablieren, damit sich das auch mit dem Pinkeln (was m.E. schon ein Problem ist wenn man reiten möchte) gibt. Gib ihm mal ne Pause und Zeit die neuen Kumpels kennen zu lernen und sich an draußen zu gewöhnen.
            Einfach mal eins nach dem anderen. So wie du es jetzt machst klappt es ja nun mal nicht. Allerdings müsste Heu schon adhoc gegeben werden, Kraftfutter vor dem Reiten ist eher schädlich. Kannst du also getrost nach dem Reiten geben.

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            • #7
              Um himmels Willen, was wäre ich froh, wenn es hier in der Umgebung einen vernünftigen Stall gäbe wo die Pferde ganztägig (also nicht nur 5 Stunden wenns gut läuft) draussen sind und man auch noch Trainingsmöglichkeiten hat.
              Vor allem noch mit Heu auf der Koppel.
              Klingt für mich nach paradisischen Zuständen...Wenn die Heu draussen haben, ist doch super, da kann man doch gleich los reiten und das Kraftfutter gibts halt morgens und abends.
              Wenn du am Nachmittag reitest, kannst du ja noch eine dritte Kraftfutterportion am Nachmittag nach dem reiten geben.

              Das mit dem Kleben an den anderen Pferden ist natürlich lästig, aber auch irgendwo normal, zumal dein Pferd ja vorher nicht soviel in der Herde stand.
              Da würde ich mir vielleicht jetzt mal die Zeit nehmen und das Schritt für Schritt üben, dass das Pferd merkt, es ist nicht schlimm wenn ich mal allein bin.
              Ich hatte da auch mal extreme Probleme, als mein Pferd in den Offenstall gezogen ist.
              Sie hat extrem an einer anderen Stute geklebt, wenn die aus der Herde geholt wurde, wars vorbei.
              Obwohl noch 14 andere Pferde da waren.
              Gerenne, Gewieher, bis zur völligen Erschöpfung, solange bis die andere Stute vom Ausritt o.ä. wieder kam.
              Ich hatte auch jeden Tag ein schweißgebadetes Pferd.
              Das hat sich aber gegeben,sie kleben zwar immer noch, aber ich kann meine mittlerweile ohne Probleme alleine holen und auch allein weg reiten, alles ganz entspannt.
              Die andere Stute "darf" nun auch von ihr weg geholt werden, guckt sie zwar immer noch doof, aber sie macht sich nicht mehr stundenlang fertig sondern schnallt relativ schnell, dass ja eigentlich alles gut ist.

              Vielleicht gewöhnt sich dein Pferd ja doch noch daran, ich würde ihn so oft wie möglich rein holen, ihn dann aber arbeiten und beschäftigen und ihn dann als Belohnung wenns geht nochmal raus bringen.

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              • #8
                Ach so, zum Thema punkeln nur in der Box.
                War bei meiner auch früher so.
                Die ist nach ihrem damals ca. 7 stündigen Auslauf auch erstmal rein, erste Amtshandlung: pinkeln.
                Früher draußen keine Chance.
                Jetzt pinkelt sie sogar beim ausreiten wenn sie mal muss und problemlos draußen.
                Das ist denke ich eine Frage der Gewöhnung.

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                • #9
                  Sein Verhalten ist völlig normal. Er ist in eine neue Umgebung gekommen und die einzige Konstante sind die anderen Pferde. Lass ihn erstmal ankommen und ihn in der Zeit ganztägig draussen. Wenn er angekommen ist und sich an die Routinen gewöhnt hat, wird er sich auch unproblematischer von der Herde trennen.
                  Allerdings kann auch ein "Turnierpferd" ganztägig auf die Koppel. Zum Anfang sind sie aufgrund der neuen Eindrücke geistig platt, aber wenn sie sich daran gewöhnt haben ist ein abendliches Training keine Anforderung mehr. Und du profitierst auch, da dein Pferd weniger schreckhaft ist und die Sehnen durch permanente Bewegung warm sind und damit weniger anfällig.
                  Ich weiss nicht auf welchem Niveau du trainierst, aber länger wie eine Stunde wird es nicht sein und das ist nichts für ein Pferd.
                  Viel Glück
                  ____________________________________
                  http://www.youtube.com/watch?v=ibU7duHuDrg

                  Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren,
                  und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.
                  (Gandhi)

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