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Boxenhaltung JA, weil das Pferd es so will?

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  • Boxenhaltung JA, weil das Pferd es so will?

    Hallo zusammen,

    ich mache mir in letzter Zeit immer mehr Gedanken über die Haltung meines Pferdes. Habe mir auch viele viele Sachen durchgelesen und mich informiert. Fazit: Jeder sagt ausnahmslos: Offenstall oder wenigstens den ganzen Tag auf der Weide und nur Nachts in die Box.

    Jetzt kommen wir aber zu meinem Kandidaten: Ich hab schon einiges mit ihm ausprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass den ganzen Tag Koppel absolut nichts für ihn ist.
    Wir haben den ganzen Tag Koppel ausprobiert. Da hat er nach ein paar Stunden keine Lust mehr gehabt, ist nur noch am Eingang hin und her getrottet, hat vor lauter Frust andere Pferde attackiert usw. Man konnte ihm seinen Unmut ansehen.
    Dann hatten wir Offenstall mit Unterstand als Rückzugsmöglichkeit. Da war dann das gleiche Spielchen. Er hatte irgendwann keine Lust mehr. Warum kann ich nicht sagen. Er hat auf jeden Fall eine schöne große Koppel mit seinen Kumpels. (Getestet wurde auch über mehrere Wochen, damit man eben sehen kann ob er sich daran gewöhnt).

    Danach hatten wir stundenweise Koppelgang. Morgens 3-4 Stunden, Mittag rein da gabs Futter in der Box, Nachmittags 3 Stunden. Dann kam er so um 5-6 wieder rein - Futter - Reiten - dann wieder raus bis abends um 10, wenn Sommer war (da ist es ja lange hell). Da hatte er dann Nachmittags im Sommer auch keine Lust, wenn es heiß war. Auch mit Unterstand konnte man sehen, dass er am liebsten wieder rein gegangen wäre.

    Unser Fazit war dann folgendes: Er kommt morgens 3-4 Stunden raus. Dann komme ich abends zum Reiten und danach kommt er evtl. je nach Witterung auch nochmal 2-3 Stunden raus. Und damit fahre ich super. Er ist nicht unausgeglichen oder muffelig.

    Kann das dann so verwerflich sein? Hab mir am Anfang große Gedanken gemacht, weil jeder predigt, dass es die reinste Qual ist, wenn ein Pferd die meiste Zeit nur in der Box steht... Könnt Ihr mir eure Meinung dazu sagen??
    Ein gutes Pferd kann man nicht kaufen,
    ein gutes Pferd muß man sich erarbeiten!!!

  • #2
    Also, ich würde das so weiter machen, wenn es gut läuft, das Pferd gesund und zufrieden ist usw.

    Trotz aller Bemühung um artgerechte Haltung, Fütterung etc. gibt es Pferde, die "aus der Norm fallen". Sicher liegt die Ursache oft in der Aufzucht, lässt sich aber nicht ungedingt rückgängig machen. Manche brauchen spezielle Fütterung, speziellen Hufschutz und eben vielleicht auch spezielle Haltungsformen...

    Ein Pferd kannte ich auch, das nie länger als 1 Stunde auf der Weide blieb. Warum? Keine Ahnung. Er kam dann alleine rein in den Hof, sprang über bis 1,70 m hohe Tore und kam ganz ruhig reingetrabt! Egal auf welcher Wiese, welche Partner, ob dann alleine im Stall - alles wurscht. War seine Box offen, ging er rein und blieb dort. (Es war kein Futter drin, nur Stroh.) Anfangs habe ich immer gedacht, armes Pferd, steht immer drinnen. erst nachdem ich es ein paar Mal selbst gesehen habe, habe ich das überhaupt geglaubt... Laut Besitzerin war das in zwei Ställen vorher auch so und auf einem Wanderritt...

    Deshalb - was soll man machen, wenn das Pferd halt aus der Norm fällt und kein Buch zum Thema "Wie verhalte ich mich artgerecht." gelesen hat??

    In speziellen Fällen würde ich mich nicht mehr verrückt machen (lassen) - solange es dem Pferd mit der Lösung gut geht!

    LG Sabrina

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    • #3
      Da bin ich jetzt aber beruhigt! Ich war wirklich besorgt, weil man eben im Internet so viel lesen kann von wegen "Wer sein Pferd in Boxenhaltung hält ist ein Tierquäler" und was weiß ich nicht alles. War auch schon in einem anderem Forum und dort wurde ich in "Grund und Boden gestampft" nur weil ich das so erzählt habe wie hier...

      Aber danke für deine Meinung. Ich sehe das eben genauso. Ich mache das, was ihm gut tut. Würde er den ganzen Tag auf der Koppel stehen wollen, dann dürfte er das natürlich, da hätte ich absolut nichts dagegen. Aber er ist eben "einer von der anderen Sorte" und darum mach ich das, was für ihn das beste ist.

      Danke dir!!
      Ein gutes Pferd kann man nicht kaufen,
      ein gutes Pferd muß man sich erarbeiten!!!

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      • #4
        Lass Dich bloss nicht beeindrucken von dem, was geschrieben wird! Deine Lösung entspricht Deinem Pferd, wie man sieht, und nur das zählt! Ich bin auch so ein "Tierquäler", und dazu steh ich auch. Mein Wallach ist 30. Ich habe ihn 9jährig aus einem Schulbetrieb gekauft, wo die Pferde zwar ordentlich behandelt wurden, aber kaum auf die Wiese kamen, weil es keine gab. Dazu kam, dass er ein Pferd ist, das absolut nicht alleine sein kann. Er hängt sich an einen Kumpel, an dem er dann klebt wie Leim. Das werde ich nun im Alter auch nicht mehr ändern! Als ich ihn herbekam, ging er mit meinem zweiten Wallach, mit dem er ein Herz und eine Seele war, auf die Koppel. Er sprang da erst mal alle Zäune als Gymnastikreihe durch, bis ganz hinter und wieder zurück, und wollte eigentlich gar nicht draußenbleiben. Mit der Zeit fand er dann doch das Gras auch ganz nett. Aber nach zwei, drei Stunden war er satt und dann ging er heim, wenn man ihn nicht holte! Über den Zaun und notfalls auch durch, das war ihm dann egal. So war das die ganzen 20 Jahre, die ich ihn nun habe. Der SB in dem Stall, in den wir vor 12 Jahren gezogen sind, glaubte mir auch nicht. Bis er es dann ein paarmal sah. Fazit: Meine Wallis gingen nie in die große Herde. Denn ihn da mittags abzuholen, ist mühsam für den SB, die großen Wiesen sind ein Stück weg. Und wenn er dort mittags den Zaun niederlegt, dann sind jeden Tag alle Pferde auf der Straße... Auch nicht so toll... Also gingen und gehen immer noch meine beiden zusammen auf eine kleine Wiese am Stall und werden nach zwei, drei Stunden geholt. Der Kumpel muss halt immer mit, aber das kann ich nun auch nicht ändern. Den Rest des Tages verbringen sie in den Paddockboxen. Ich mache bei dem Alten, mit einem verheilten schweren Sehnenschaden, keine Experimente mehr, und es ist mir völlig egal, was andre schwätzen...
        Last edited by Maggie; 16.10.2014, 09:54.

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        • #5
          Danke für deine Antwort... Das bestärkt mich zusätzlich in dem was ich tue.
          Man handelt einfach im Sinne des Pferdes, wenn man klar erkennen kann, dass es mit einer Situation nicht zufrieden ist. Nur leider sehen das Außenstehende nicht... Die sehen das, was sie sehen wollen. Nämlich: Dass ich mein Pferd viel zu lange in der Box "einsperre" und er fast keinen Auslauf hat. Obwohl er jeden Tag seine Stunden auf die Koppel kommt und auch (wenn möglich) 2x am Tag geritten wird. Und man merkt als aufmerksamer Pferdebesitzer, ob das Pferd unausgelastet ist (jedenfalls sollte man das).

          Ich werde oft drauf angesprochen und auch mal blöd angemacht deswegen... Und oft klingt es eben wie eine "Ausrede" wenn ich dann sage: Länger mag er nicht auf der Koppel bleiben. Das war jetzt in 2 Reitställen so und ich denke das wird fast überall so sein.... Wie kann ich dem besser entgegen treten??
          Ein gutes Pferd kann man nicht kaufen,
          ein gutes Pferd muß man sich erarbeiten!!!

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          • #6
            Ich seh das so wie meine Vorredner, schließlich ist so ein Pferd auch nur ein Mensch :-) Und mal ehrlich wenn sie irgendnen Tick haben, dann haben sie den. Es ist ja nicht so das du ihn in einer 24-Stunden Boxenhaft hältst, er kommt ja raus, wird geritten, hat Abwechslung. Hauptsache er fühlt sich wohl!

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            • #7
              Wie beim Menschen auch, Pferde sind verschieden! Keins ist wie das andere und wieso sollten sie nicht auch verschiedene Vorlieben haben?

              Mein Pony ist auch kein richtiges Robustpferd. Offenstall / Laufstall ist ok für ihn, solange er sich bei Regen reinstellen kann. Der steht bei Regen nie draußen, auch auf der Weide stellt er sich immer unter. Ihn beim Kehrgang oder im Urlaub in einer Box unterzubringen ist kein Problem, Hauptsache er hat Heu und steht im Trockenen.

              Mein Großer hingegen steht immer draußen, bei Wind u d Wetter. Der bräuchte keinen Stall...

              Also lass Dich nicht verrückt machen!
              Ponys sind Charaktersache!

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              • #8
                Originally posted by Mirabelle View Post
                Ich werde oft drauf angesprochen und auch mal blöd angemacht deswegen... Und oft klingt es eben wie eine "Ausrede" wenn ich dann sage: Länger mag er nicht auf der Koppel bleiben. Das war jetzt in 2 Reitställen so und ich denke das wird fast überall so sein.... Wie kann ich dem besser entgegen treten??
                Mit dem nötigen Selbstbewusstsein! Du weißt doch, dass Du Recht hast, und musst Dich gar nicht rechtfertigen.

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                • #9
                  Du kannst denen auch sagen, daß sie dann selbst lieber in Wald und Heide Beeren suchen müßten, um ihrer wahren Natur nachzukommen, anstatt am Smartphone, vor dem Fernseher, auf der Couch oder in der Kneipe zu kleben ....
                  Wir Menschen leben auch nicht mehr so, wie es die Natur für uns geplant hat. Wir leben dadurch in mehr gefühlter Sicherheit - und dadurch länger. Immer darauf achten zu müssen, was der Herdenchef tut und will, ist auch Streß für ein Pferd. Auch von Mücken zerstochen zu werden und naß zu werden mögen viele dünnhäutig gezüchtete Pferde nicht.
                  "Man macht aus einem Esel kein Rennpferd,
                  aber man macht auch aus einem Rennpferd keinen Esel!"
                  (Heinz Jentzsch)

                  http://pferde-ingwer.de.tl/

                  Fiskarnir eru rólegir, nægjusamir og inn í sig
                  og eru með eðlisávísun sem þeir geta reitt sig á.

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                  • #10
                    Wie wahr, wie wahr... Wir leben ja auch nicht mehr, wie in der Steinzeit... Das soll jetzt kein Freibrief sein Pferde (oder andere Tiere) komplett zu vermenschlichen. Jedoch zu beobachten, wann sich das eigene Hü wohlfühlt und es ihm so angenehm wie möglich zu machen, finde ich einfach richtig. Man sollte da auch flexibel bleiben können.

                    Wildpferde ziehen ja nicht umsonst weite Strecken - im Sommer raus aus den Mückengebieten z.B. auf Berge und im Herbst wieder runter (wenn irgend möglich). Zum Abfohlen auf reiche Weiden etc.

                    Bei Mistwetter stellen sie sich zwar nicht in Höhlen, aber ins Unterholz, bzw. nicht ganz so dem Wind ausgesetzte Gebiete. (Und ein moderner Offenstall soll ja eher "Unterholz" simulieren als eine Höhle!!!)

                    Ich glaube, manche Pferde schätzen auch ein gewisses Maß an Luxus, genau, wie wir Menschen! Man sollte es nur nicht übertreiben...

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                    • #11
                      Bei meinem alten "Heimkommer" geht es gar nicht ums Wetter. Der ist das einzige Pferd, das auch bei größtem Sauwetter immer draußen auf seinem Boxen-Paddock steht. Alle anderen haben sich längst untergestellt in den Boxen - meiner steht im Regen. Der will einfach nur zurück von der Weide nach Hause, wenn die Zeit rum ist. Dann ist die Welt für ihn ok.

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                      • #12
                        Ich muss gerade schmunzeln, das ist seit langem mal wieder ein Fred wo wir uns alle einig sind! Richtig schön

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                        • #13
                          Hallo,
                          ich kenne auch ein solches Pferd. Nach ein paar Stunden möchte er wieder in den Stall zurück. Und wenn ihn keiner holt, dann rennt er am Ausgang der Weide hin und her, was für die Beine des Pferdes sicherlich nicht gut ist und darüber hinaus Stress für den Kerl bedeutet. Daher wird er eben immer nur ein paar Stunden rausgebracht. Ich sehe das nicht als "pferdeungerecht" an, dass er nicht den ganzen Tag draußen steht. In diesem Fall wäre meiner Meinung nach nämlich das Draußenlassen nicht pferdegerecht, da er es offensichtlich einfach nicht möchte. Ich denke, da muss man auf sein Pferd hören und nicht auf das Gequatsche der Miteinsteller (ich weiß - leichter gesagt als getan...).
                          Liebe Grüße,
                          Divino

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