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Leseprobe aus der Juni-Ausgabe 2020

Schluss mit lästigen Insekten

Insekten nerven Pferde. Sie stechen zu, lösen Entzündungen aus und sie können schlimmstenfalls tödliche Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel das West-Nil-Virus. Wir haben Experten nach dem besten Schutz gefragt.

Bremsen sind lästig in den Sommermonaten. Die Insekten wissen genau, wo der Schweif des Pferdes sie nicht erwischen kann.

Der Schweif schlägt unruhig von links nach rechts – erwischt. Dieser Stich war der letzte der Bremse. Eine weniger, Dutzende weitere schwirren nach wie vor um die Pferdeherde herum. Sie wittern ihre Chance auf eine Mahlzeit. „Bremsen riechen Pferde. Ihr Geruch lockt sie. Pferdeschweiß zieht die Insekten besonders an,“, weiß Prof. Dr. Heidrun Gehlen von der Freien Universität Berlin. Bremsen fliegen bevorzugt in Wäldern und Wiesen. Das ist auch der Grund, warum Pferde beim Ausritt oft besonders geplagt werden.

Und Bremsen sind nicht dumm, sie stechen bevorzugt an Stellen zu, die das Pferd mit dem Schweif nicht erreicht. Nur was schützt? „Bremsen sind tagaktiv und ihre Hauptsaison ist im Juli. Wer am frühen Morgen oder erst am späteren Abend reitet, geht ihnen bestmöglich aus dem Weg. Idealerweise kommen die Pferde nachts auf die Weide“, betont Dr. Heidrun Gehlen. Wenn das nicht möglich ist, rät sie zu einer schützenden Fliegendecke. „Aber nur bei empfindlichen Pferden. Ich würde nicht per se jedes Pferd eindecken“, sagt die Veterinärin.

Schützende Decke bei empfindlichen Pferden

Bei sehr empfindlichen, nervösen bis hysterischen Pferden rät Gehlen dazu, sie mit einer Ekzemerdecke auszustatten. Unabhängig davon, ob das Pferd wirklich unter Sommerekzem leide. „Die Decken sind besonders groß und sehr leicht. Die Pferde empfinden sie nicht unbedingt als störend, wenn sie gut sitzt und die Luft gut zirkulieren lässt“, erklärt Gehlen. Wärme darf sich keinesfalls unter der Decke stauen, atmungsaktive Materialien sind daher ein Muss. Auch Gnitzen und Mücken setzen sich besonders gern an den Bauch des Pferdes. Daher sollte eine Fliegendecke stets mit entsprechendem Bauchteil ausgestattet sein. Ob ein Halsteil notwendig ist, muss jeder Pferdebesitzer für sich entscheiden, meint Heidrun Gehlen.

Abstand nimmt sie persönlich von der Fliegenmaske für den Kopf: „Man muss sehr genau abwägen, ob Pferde mit Kopf- und Ohrenschutz raus müssen. Wenn Pferde zu einer Bindehautentzündung neigen, macht dieser Schutz Sinn. Ansonsten rate ich davon ab, denn die Pferde haben damit ein begrenztes Sichtfeld, sind im Sozialverhalten eingeschränkt und oft sind die Masken einfach unnötig. Pferde sollen sich auf der Weide so normal wie möglich verhalten dürfen.“ Übrigens werden Bindehautentzündungen meist durch Fliegen von einem Pferd zum anderen übertragen. „Um die Bindehautentzündung nicht auf den weiteren Bestand zu übertragen, sollte das betroffene Pferd daher eine Maske tragen“, klärt Heidrun Gehlen auf.

Sie wollen mehr über den effektivsten Schutz vor Insekten wissen? In unserer aktuellen Ausgabe beschäftigen wir uns mit den kleinen Plagegeistern und mit gefährlichen Krankheiten, die sie übertragen können. Experten rechnen zum Beispiel mit weiteren Fällen des West-Nil-Virus und einer zunehmenden Belastung durch den Eichenprozessionsspinner. Das und mehr im aktuellen Heft – einfach versandkostenfrei nach Hause schicken lassen!