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Leseprobe

Trockene Weiden, kranke Pferde

Es war eine schwierige Weidesaison. Die Trockenheit hat saftiges Grün vielerorts bereits ab Juni in eine dürre Steppenlandschaft verwandelt. Wenig oder gar kein Gras und wenn, nur in kurzen Halmen, Staub und vertrocknete Erde prägten den Weidegang. Aber was nicht nur unschön aussieht, hat auch gesundheitliche Konsequenzen. Welche, haben wir für Sie aufbereitet.

Der trockene Sommer hat vielen Pferden zu schaffen gemacht. Was bedeutet das für die Zukunft?

Viel zu fressen gab es dieses Jahr nicht auf den Weiden – ärgerlich genug. Dazu kamen verschiedene gesundheitliche Phänomene, die diesen Sommer vermehrt auftraten und durchaus auf die Trockenheit zurückzuführen sind: Husten, Milbenbefall, Mauke, geschwollene Ganaschen und Verwurmungen gab es während der Weidesaison vielerorts auffällig oft. Dass trockene Sommer zukünftig eher die Regel als die Ausnahme werden, ist im Zuge des Klimawandels zu erwarten. Unser Rückblick auf die Herausforderungen der Weidesaison 2022 (ab S. 54) soll vorbereiten auf künftige Trockenperioden. „Ich gehe davon aus, dass der Hitzestress, das kurze und gestresste Gras mit erhöhtem Fruktangehalt die Stoffwechselleistung der Pferde und damit ihr Immunsystem ordentlich durcheinandergebracht hat. Und das wird uns in Zukunft, wenn sich die Sonnen-Regen-Verhältnisse weiter verschieben, öfter beschäftigen“, vermutet Tierarzt Dr. Peter Richterich. Ein Tipp für die Zukunft wird in den kommenden Jahren wichtiger: Mangelt es an Gras, muss Raufutter auf den Weiden zugefüttert werden.

Husten

„Schon im Frühling ging ein sehr therapieresistenter Husten herum und das hat sich bis in den Sommer gezogen“, ist Dr. Peter Richterich in seiner Pferdepraxis Boyenstein im westfälischen Beckum aufgefallen. „Das Außergewöhnliche war, dass er nicht richtig infektiös war, also zum einen nicht ansteckend, zum anderen aber auch mit den üblichen Medikamenten nicht besser wurde.“ Schleimlöser, Antibiotika oder sogar Cortison halfen selten. „Das war wirklich oft schwierig zu therapieren und die Lösung haben wir eher über Kräuterpräparate und immunstärkende Medikamente gefunden“, erzählt der Veterinär aus seiner Praxis. Wichtig für Pferde ist hier viel frische Luft, wenig Belastung durch Staub und Ammoniak sowie regelmäßig Fieber messen, um sicherzugehen, dass die gereizten Atemwege nicht doch Opfer eines bakteriellen Infektes werden. Außerdem sollten solche Pferde wenig Stress ausgesetzt werden, das gilt zum einen natürlich fürs Training, aber eben auch für die Fütterung.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Leseprobe unserer November-Ausgabe 2022. Mehr zum Thema Weidepflege nach dem trockenen Sommer und zu anderen spannenden Themen finden Sie im E-Paper. Oder möchten Sie lieber ein Print-Magazin per Post versandkostenfrei nach Hause geliefert bekommen?