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Leseprobe aus der Februar-Ausgabe

Fokusthema: Stress bei Pferden

Stress hat ein schlechtes Image. Dabei ist er eine perfekte Einrichtung der Natur! Er bringt den Körper in Höchstform, ist für ein Fluchttier überlebenswichtig. Aber Stress kann das Pferd auch seelisch und körperlich krankmachen. Wie viel Stress können wir unseren Pferden zumuten?

Ein Stressmoment fürs Pferd. Schlimm? Halb so wild? Vor allem: völlig natürlich!

Die Augen hellwach, der Körper bebt, die Atmung geht schneller, der Puls rast, ein Schnauben, der Kopf hoch oben, die Ohren gespitzt, die Muskulatur fest wie ein Fels. Im Inneren des Körpers ist gerade eine Kettenreaktion in Gang gesetzt worden, ein Feuerwerk entfacht. Das Pferd hat Stress. Eine bis ins Detail ausgeklügelte Erfindung von Mutter Natur und dank des Menschen ausgestattet mit einem denkbar schlechten Ruf. Ein Missverständnis? Was ist Stress überhaupt? Was bedeutet er für unsere Pferde? Wünschen wir ihnen doch ein stressfreies Leben – wirklich?

Stress – ein Missverständnis

„Ganz allgemein biologisch betrachtet ist Stress eine Belastungsreaktion des Körpers“, sagt Diplom-Biologin Marlitt Wendt. „Es gibt sowohl psychische als auch physische Reaktionen, die dem Pferd helfen, sich an Situationen anzupassen und seine biologische Fitness zu erhalten.“ Stress ist also ein völlig natürlicher Teil des Lebens bei Mensch und Pferd. Und die Verhaltensexpertin Prof. Dr. Margit Zeitler-Feicht warnt direkt vor einem großen Missverständnis: „Nicht jede Belastung ist negativ zu bewerten. Denn unser Organismus braucht Belastungssituationen, um im Ernstfall reaktions- und anpassungsfähig zu sein. Ein Leben ganz ohne Stress ist absolut nicht sinnvoll.“ Stress ist besser als sein Ruf. Wer sein Pferd in Watte packt, es von sämtlichen Reizen des Lebens fernhält, tut ihm keinen Gefallen. Ebenso wenig wie mit einer Reizüberflutung. Aber dazu kommen wir noch.

Stress – eine Kettenreaktion

Um Stress zu verstehen, lohnt sich ein Blick ins Innere des Körpers, genauer in den Kopf: Im Gehirn befindet sich die sogenannte Amygdala, sie ist so etwas wie der Wachtmeister, das Angstzentrum eines Lebewesens. Sobald das Pferd einen möglicherweise bedrohlichen Reiz mit seinen Sinnen wahrnimmt, schlägt die Amygdala Alarm: Der Beginn einer Kettenreaktion.

RRI
Welche Stresstypen gibt es unter den Pferden? Was macht den Pferden Stress? Warum ist positiver Stress so wertvoll? Welche Rolle spielen die großen Stressoren Haltung, Fütterung und Training wirklich? Wir liefern die Antworten auf diese Fragen und zeigen Ihnen, wie Sie Stress-Signale richtig deuten und einen sinnvollen Anti-Stress-Plan aufstellen. Auf 16 Seiten beleuchten wir mit sieben Experten das Fokusthema „Stress bei Pferden“ – jetzt in der druckfrischen Februar-Ausgabe, die Sie hier versandkostenfrei bestellen können.