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Leseprobe aus unserer September-Ausgabe

Anaplasmose beim Pferd

Zecken sind potenzielle Überträger verschiedener Krankheitserreger auf das Pferd. Gerade jetzt im September haben sie nochmal Hochsaison. 1,5 bis zehn Prozent der Zecken in Deutschland sind mit Anaplasmen infiziert. Was das bedeutet und wie gefährlich das ist.

Zecken halten sich gern im hohen Gras auf und lassen sich von ihrem Wirt dort abstreifen.

Pferde können sich durch den Stich des Gemeinen Holzbocks auch mit dem zoonotischen Bakterium Anaplasma phagocytophilium infizieren. Prävalenzstudien haben gezeigt, dass 1,5 bis zehn Prozent der Zecken in Deutschland mit Anaplasmen infiziert sind. Wie bei der Borreliose lösen Anaplasma-Bakterien unspezifische Symptome wie Antriebslosigkeit, geschwollene Lymphknoten, Gliedmaßenödeme und Leberprobleme aus. Anders als bei der Borreliose haben Pferde mit einer Anaplasmen-Infektion aber häufiger hohes Fieber.

Außerdem: „Anaplasmen dringen in die weißen Blutkörperchen ein und vermehren sich dort. Das bewirkt einen Mangel an Blutplättchen und erhöht das Blutungsrisiko in den Schleimhäuten“, erläutert Prof. Ard Nijhof vom Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der FU Berlin.

Die Anaplasmose spricht auf eine antibiotische Behandlung meist gut an, sodass eine siebentägige Therapie erfahrungsgemäß für die Heilung ausreicht. Oftmals ist eine Medikation aber gar nicht erforderlich, sagt der Parasitologe. „Die Anaplasmose verläuft beim Pferd häufig subklinisch und komplikationslos. Die Symptome klingen meistens von alleine wieder ab.“ Eine Impfprophylaxe steht nicht zur Verfügung.

Welche weiteren Krankheiten Zecken übertragen und wie sich Borreliose, Piroplasmose und Frühsommermeningoenzephalitis äußern, lesen Sie in unserer September-Ausgabe. Das Heft können Sie hier versandkostenfrei bestellen.