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Leseprobe aus der Oktober-Ausgabe

Ist der Sperrriemen so schlecht wie sein Ruf?

Der Sperrriemen hat ein Imageproblem. Er ist zum Sinnbild für nicht-pferdegerechtes Reiten geworden. Ähnlich wie Sporen oder Gerte. Zurecht? Beim Blick in die Reithallen fällt jedoch auf: kaum jemand ist ohne unterwegs. Ein Riemen mit Für und Wider.

Es gibt viele Argumente, die gegen den Sperrriemen sprechen sollen. Doch dieses Thema ist nicht Schwarz oder Weiß.

Kaum ein Ausrüstungsgegenstand polarisiert so sehr wie der Sperrriemen. Insbesondere in den Sozialen Medien werden Reiter angefeindet, die ihre Pferde mit Sperrriemen reiten. Warum aber findet man ihn an so vielen Reithalftern? Und ist das problematisch?

Man muss nicht lange suchen, um allerhand Argumente zu finden, die gegen den Sperrriemen sprechen sollen. Er soll das Pferd beim Atmen, Kauen und Schlucken behindern, eine harte Reiterhand kaschieren, verhindern, dass das Pferd Kräfte aus der Bewegung mit seiner Kiefermuskulatur abpuffern kann, er soll auf empfindliche Nerven oder das Gebiss gegen den Gaumen des Pferdes drücken. Doch wie so häufig ist auch dieses Thema nicht Schwarz oder Weiß. Und wenn der Sperrriemen tatsächlich so schlecht ist wie sein Ruf, warum nutzen ihn dann so viele Reiter tagtäglich?

Viele Gegner, viele Nutzer

Reiter Revue hat auf Instagram nachgefragt. Das Ergebnis der nicht repräsentativen Umfrage: Die Mehrheit reitet mit. Die Argumente dafür reichen von: „Dann habe ich mein Pferd besser an der Hand“, über: „Weil das Pferd sein Maul dann nicht aufreißen und durchgehen kann“ bis hin zu: „Mein Pferd legt sonst die Zunge über das Gebiss“. Einige Reiter haben auch das Gefühl, ihr Pferd gehe damit zufriedener. Eine Userin berichtet von einer extrem sensiblen Stute, die sich an manchen Tagen schon gegen feinste Zügelhilfen wehre. Mit Sperrriemen könne sie ihr Pferd an diesen Tagen mit sehr viel feineren Hilfen reiten, berichtet sie. Nur wenige Teilnehmer der Umfrage haben sich klar gegen den Sperrriemen ausgesprochen und finden ihn überflüssig, gar hinderlich oder bezichtigen ihn, eine harte Reiterhand zu kaschieren.

Zur Definition: Der Sperrriemen macht aus einem Englischen Reithalfter ein Kombiniertes. Generell ist das Reithalfter dafür da, die Kieferbeweglichkeit des Pferdes in einem gewissen Umfang zu begrenzen, jedoch nicht zu unterbinden. So steht es in Band 1 der Richtlinien für Reiten und Fahren der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Lina Otto von der Abteilung Ausbildung der FN findet den Sperrriemen an sich nützlich: „Korrekt verschnallt hilft das Reithalfter und damit auch der Kinnriemen dem Pferd, die Kiefermuskulatur zu entspannen und zur Losgelassenheit zu kommen.“ Sie spricht bewusst vom Kinn- und nicht vom Sperrriemen. „Es schien sich die Ansicht zu verbreiten, dass dieser Riemen dazu gedacht ist, das Pferdemaul zuzusperren. Das ist jedoch unsinnig und keinesfalls pferdegerecht“, macht sie deutlich. Der Begriff Sperrriemen stammt auch nicht vom „Zusperren“ des Pferdemauls, sondern weil der Riemen ein „Sperren“ des Mauls verhindern soll.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Oktober-Ausgabe der Reiter Revue. Darin erfahren Sie, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse es über die Nutzung des Sperrriemens gibt, wie diese einzuordnen sind und wann der Sperr-, beziehungsweise Kinnriemen tatsächlich zum Problem wird. Das Heft können Sie hier versandkostenfrei bestellen.