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Leseprobe aus unserer Januar-Ausgabe

Trainingsparcours selbst aufbauen

Einen Parcours aufzubauen ist gar nicht so leicht. Meist sagt einem der Springtrainer, welches Hindernis wohin soll. Auf dem Turnier steht der Parcours sogar schon fertig da. Will man selbst etwas aufbauen, endet das häufig im Chaos. Unsere Experten geben Tipps zum Parcours-Aufbau.

Einen Parcours aufzubauen bedeutet mehr, als wahllos Hindernisse in der Halle zu verteilen. Denn ein guter Parcours ist durchdacht.

Vielerorts fällt momentan cornoabedingt der Reitunterricht aus. Viele Reiter sind auf sich gestellt, müssen autark trainieren. Auch das Parcoursspringen. Allerdings ist schon der Aufbau eine große Herausforderung. „Ein guter Parcours passt zum Ausbildungsstand von Reiter und Pferd und setzt die Hindernisse mit einer klaren Linienführung logisch und sinnvoll in Bezug zueinander“, fasst Ausbilder und Parcourschef Georg-Christoph Bödicker zusammen. Etwas, über das man sich im Vorfeld Gedanken machen muss. Stattdessen bauen viele einfach spontan drauflos, bis sie irgendwann merken, dass es ab dem vierten oder fünften Hindernis nicht weitergeht, die Linienführung konfus ist oder aber der Parcours am Ende Wendungen und Wege verlangt, die viel zu schwer für das Paar sind. Einen Trainingseffekt hat das nicht. Meist verunsichern solche Parcours Reiter und Pferd unnötig. Verweigerungen und schlimmstenfalls Stürze sind die Folge.

Nicht einfach drauflos bauen

Ein guter Parcours ist also nicht mal eben aus dem Ärmel geschüttelt. Den Grundstein dafür legt der Reiter, wenn er sich im Klaren darüber ist, auf welchem Leistungsstand er und sein Pferd sind und was in der jeweiligen Leistungsklasse auf dem Turnier verlangt wird. Georg-Christoph Bödicker empfiehlt, sich Skizzen von Standardparcours der jeweiligen Leistungsklasse zu besorgen. „Die gibt es im Aufgabenheft Reiten oder manchmal auch auf der Webseite von Turnierveranstaltern.“ Als Inspiration könne der Reiter sich auch an seine letzten Turnierstarts erinnern und daran, was dort Probleme gemacht hat, um dies zu Hause gezielt nachzubauen und zu üben. Auch Springausbilder Lars Meyer zu Bexten rät denjenigen, die unerfahren im Parcoursaufbauen sind, sich genug Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. „Man sollte den Parcours vorher skizzieren und beim Aufbauen erst nur Stangen hinlegen. Dann prüft man, ob alles passt. Wenn dann noch etwas korrigiert werden muss, muss man nur die Stange verschieben und nicht das komplette Hindernis ab- und woanders wieder aufbauen“, erklärt er.

Ausschlaggebend dafür, was am Ende in der Halle oder auf dem Platz steht, ist jedoch nicht nur die Kreativität des Parcoursbauers, sondern auch das vorhandene Hindernismaterial und der Platz, der zur Verfügung steht. Georg-Christoph Bödicker empfiehlt, in kleineren Hallen nur drei Meter lange Stangen zu nutzen und Fangständer bis zu einem halben Meter Breite. „Sonst wird es schnell zu eng in der Halle“, begründet er. Um näher an Turnierbedingungen zu trainieren, rät der langjährige Parcourschef, nicht nur Stangen für den Traningsparcours zu verwenden, sondern auch Planken, Unterbauten und – wenn vorhanden – auch einen Wassergraben zu nutzen. „Ein Parcours auf A-Niveau hat etwa acht Hindernisse“, ordnet er ein.

Wer nicht auf Skizzen zurückgreifen, sondern sich selbst etwas ausdenken möchte, sollte sich vorab genau überlegen, welche Aufgaben und Elemente im Parcours vorkommen sollen. Damit dieser am Ende nicht zu schwer ist, sollte man wissen, was genau eigentlich für den Schwierigkeitsgrad eines Parcours verantwortlich ist. „Je kürzer der Anreiteweg zu den Hindernissen und je schneller die Hindernisse aufeinander folgen, desto schwerer ist der Parcours“, fasst Bödicker zusammen. „Denn umso weniger Zeit bleibt Pferd und Reiter zur Vorbereitung des nächsten Hindernisses.“

Den ganzen Text lesen Sie in unserer Januar-Ausgabe. Darin erfahren Sie, worauf es beim Aufbauen von Distanzen und Kombinationen ankommt, wie schwer unterschiedliche Linien und Wege tatsächlich sind und welche Varianten es beim Reiten eines Trainingsparcours ist. Außerdem finden Sie drei Parcours-Skizzen von A- bis M-Niveau zum Nachbauen und Nachreiten. Die Januar-Ausgabe können Sie hier versandkostenfrei bestellen.