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Schlangenlinien ins Training einbauen

Wie Serpentinen ziehen sie sich durch den Reithallensand. Doch nicht immer sind sich die Reiter über ihren Trainingswert bewusst. Schlangenlinien sind extrem vielseitig und effektiv – wenn sie korrekt geritten werden! Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt und geben Trainings-Tipps.

Schlangenlinien erscheinen auf den ersten Blick harmlos. Doch die Kringel in der Bahn haben es in sich.

Wenn sich das Pferd durch die Halle schlängelt, haben viele Reiter Schweißperlen auf der Stirn. Denn die so harmlos wirkenden Schlangenlinien verstecken den Teufel im Detail. Sie sind die optimale Prüfung von Stellung, Biegung und Geraderichtung. Und sie zeigen gnadenlos deutlich, ob das Pferd vor den treibenden Hilfen des Reiters ist oder der Schein von Harmonie trügt.

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„Viele Reiter leiten die Wendung vornehmlich am inneren Zügel ein“, sieht Ausbildungs-Expertin Eva Lempa-Röller häufig. Das Pferd weicht dann über die äußere Schulter aus oder es verliert auch in den Wendungen den Takt und den Schwung. Grand Prix-Reiterin Carola Koppelmann nutzt Schlangenlinien gerne im Training – nicht nur, weil sie in den Dressuraufgaben verlangt werden. „Allein schon durch den ständigen Handwechsel werden die Pferde auf beiden Seiten gleichmäßig gearbeitet, und man bekommt ein Gefühl dafür, das Pferd vor den treibenden Hilfen und in der Spur zu haben“, beschreibt sie. Nur wer das Pferd bewusst vor der Wendung etwas versammelt und mit dem inneren Schenkel an den begrenzenden äußeren Zügel herantreibt, kommt sicher um die Kurve. Und schon steht die nächste Schwierigkeit bevor, denn das korrekte Umstellen auf der Mittellinie ist nicht mit einem schnellen Zügelnachfassen getan.

„Man stellt das Pferd nach der Wendung kurz gerade, treibt es etwas mehr vorwärts, um es dann in einer halben Parade über den Wechselpunkt hinweg wieder mehr zu versammeln und gefühlvoll auf der neuen Hand zu stellen und zu biegen“, erläutert Lempa-Röller. Jeder Schritt in der Schlangenlinie muss also genau überlegt und vom Reiter koordiniert werden. Ein Balanceakt im Sattel. „Ich pariere gerne am Wechselpunkt durch – auch mal zum Halten. Dann kann sich gerade ein junges Pferd besser auf die neue Wendung einstellen“, lautet ein Tipp von Carola Koppelmann. Die Übungen, die in Schlangenlinien integriert werden können, sind so vielseitig wie die Schlangenlinien-Varianten selbst. Aber eines ist dabei immer wichtig: „Viele reiten nicht genau von Punkt zu Punkt, aber gerade das passende Einteilen der Schlangenlinien ist notwendig, um sie korrekt reiten zu können“, erklärt Eva Lempa-Röller. Der Weg ist auch hier das Ziel.

Dieser Artikel ist erstmals erschienen in Reiter Revue 3/2015.

Durch Anklicken der Sizzen gelangen Sie zu den Übungen.