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#fragdenprofi: Andreas Kreuzer über Rhythmus, Distanzen und Zug zum Sprung

Immer wieder freitags beantworten Experten rund um den Reitsport unter dem #fragdenprofi die Fragen unserer Follower auf Instagram. Andreas Kreuzer hat sich Fragen rund um das Thema Springausbildung gewidmet. Die besten Fragen und Antworten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Andreas Kreuzer leitet das Reitsportzentrum in Damme. Er bildet dort Reiter und Pferde bis zur schwersten Klasse aus.

Wie motiviere ich mein Pferd, besser zum Sprung zu ziehen?

Wer spürt, dass das Pferd nicht zieht, will aus einem ersten Impuls heraus mehr nach vorne reiten. Das ist aber nicht der richtige Ansatz. Denn so wird das Pferd lang und kann im Galopp nicht mehr wirklich kraftvoll abfußen. Der Reiter reitet sein Pferd auseinander. Er verliert vorne die Verbindung und hinten springt das Pferd nicht mehr richtig unter. So zieht es erst recht nicht zum Sprung.

Ich rate daher dazu, umgekehrt zu denken: Der Reiter sollte das Pferd also von hinten nach vorne in die Verbindung treiben. Das Pferd soll von sich aus aktiv zum Sprung ziehen, ich will es nicht, mit mehr Tempo zum Sprung bekommen. Da habe ich eher einen kontraproduktiven Effekt. Das Wichtigste ist immer: Von hinten nach vorne denken und dem Pferd so beibringen, mit Elan zum Sprung zu ziehen.

Wie finde ich den richtigen Rhythmus im Parcours?

Der Rhythmus ist das A und O zwischen den Sprüngen. Es gibt keine Formel, die für jedes Pferd passt. Den Rhythmus muss jeder Reiter individuell festlegen. Er sollte sich fragen, welches Tempo das Pferd braucht und welches ihm liegt. Das Pferd sollte einen großen, flüssigen Galoppsprung zeigen, ohne hektisch oder zäh zu werden. Wer seinen Rhythmus und sein Idealtempo einmal gefunden hat, sollte den immer wieder wiederholen, damit er sich einprägt.

Wie bekomme ich als Reiter ein besseres Auge im Parcours?

Am besten trainiere ich es, indem ich mir gar nicht so viele Gedanken über den passenden Absprungpunkt mache. Vielmehr sollte ich versuchen, den Sprung immer wieder im selben Rhythmus anzureiten. Das Problem vieler Reiter ist, dass sie sich zu sehr darauf konzentrieren, die passende Distanz zu sehen. Dadurch unterbrechen sie den Rhythmus und reiten den Sprung immer wieder anders an. Sie finden keine Konstanz.

Es ist aber wichtig, den Sprung immer wieder aus demselben Rhythmus anzureiten. Auch wenn es dann mal ein wenig dicht wird, ist es nicht schlimm. Das merkt der Reiter und kann daraus für das nächste Mal lernen. Das Auge trainiert man am besten über viele Wiederholungen im immergleichen Rhythmus.