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Leseprobe aus unserer April-Ausgabe

Das Timing im Sattel verbessern

Eine klare Kommunikation mit dem Pferd wünscht sich jeder Reiter. Im Sattel wie auch im Umgang. Das richtige Timing ist dabei entscheidend. Das hat jedoch weniger mit Reaktionsschnelligkeit zu tun. In unserer April-Ausgabe erfahren Sie, wie Sie Ihr Timing verbessern können!

Wenn die Reiterhilfen stimmen, bewegt das Pferd sich ausbalanciert und in positiver Körperspan- nung unter seinem Reiter. Gutes Timing vorausgesetzt.

Perfektes Timing im Sattel. Darunter verstehen viele Reiter in erster Linie perfekt aufeinander abgestimmte Hilfen. Den Impuls mit dem Schenkel genau dann zu geben, wenn das jeweilige Hinterbein bereit ist zum Abfußen, damit es möglichst weit unter den Schwerpunkt schwingt. Den Galopp genau dann zu fordern, wenn das äußere Hinterbein des Pferdes unter dessen Schwerpunkt den ersten Galoppsprung optimal ausbalancieren kann. Mit der Parade in dem Moment durchzukommen, in dem das Pferd den Übergang auf dem Hinterbein tragen kann. „In der Theorie ist das vollkommen richtig“, sagt Ausbilder Michael Fischer. „In der Praxis würde ein Reiter einfach nur verkrampfen, wenn er die ganze Zeit nur darauf achtet, in genau dem Bruchteil einer Sekunde eine bestimmte Hilfe korrekt auszuführen.“ Das technisch korrekte Timing der Hilfen sei zwar möglich, so der Ausbilder, „allerdings nicht durch punktuelles Einsetzen einzelner Hilfen.“ Gutes Timing ist viel mehr als das.

Wer reagiert, verliert

„Das Timing wird oft missverstanden“, sagt Michael Fischer. „Die Reiter warten ab, ganz nach dem Motto: Wann muss ich was machen? Ein großer Fehler. Im Prinzip sollte Reiten ein Vorgeben sein.“ Für Michael Fischer beginnt gutes Timing im Sattel mit einer klaren Vorgabe über Spur und Tempo. Der Reiter erklärt seinem Pferd, vereinfacht gesagt, wo es entlanglaufen soll und wie schnell es dabei sein soll. Im Idealfall erkennt das Pferd diese Vorgabe, akzeptiert sie, setzt sie um. Der perfekte Ablauf.

„Wenn ich keine Vorgabe mache, hat das Pferd nichts, woran es sich orientieren kann“, macht der Ausbilder deutlich. „In so einer Situation wird Pferd selbst entscheiden und ausprobieren. Es hat aber keine Chance, etwas richtig zu machen, weil der Reiter immer nur reagiert. Er bremst, wenn das Pferd zu schnell wird, er treibt, wenn es zu langsam wird. Das ist unheimlich frustrierend für das Pferd“, findet er. Je klarer der Reiter in seiner Vorgabe ist, desto weniger Fehler muss das Pferd machen. Michael Fischer verdeutlicht: „Man kann besser einmal klar sagen, was man möchte, statt dauernd zu sagen, was man alles nicht möchte.“ Das Pferd soll auf seinen Reiter reagieren und nicht umgekehrt, denn: „Man wird immer zu langsam sein, wenn man selbst nur reagiert.“

Selbst der reaktionsschnellste Reiter kann ein Pferd, das sich erschrickt und wegspringt, nicht davon abhalten. Er kann das Risiko, dass das passiert, jedoch deutlich verringern. Michael Fischer verdeutlicht das anhand von zwei Ebenen beim Reiten. Die erste Ebene bezeichnet der Diplom-Sozialpädagoge als Sachebene. Hier gibt der Reiter seinem Pferd mit seinen Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen Spur und Tempo vor. Mit seinen Hilfen bildet er einen Kanal, in dem das Pferd sich bewegt. Michael Fischer vergleicht das mit einem Laufband, auf dem sich das Pferd in einem klaren Rahmen und im festgelegten Tempo bewegt. Um ein Beispiel aus einer anderen Sportart zu nennen: Beim Salsa-Tanzen meint „Timing“ nichts anderes als das Tanzen im Takt.

Den ganzen Text zum Thema Timing lesen Sie in unserer April-Ausgabe. Darin gibt Ausbilder Michael Fischer viele weitere Tipps, die das Timing im Sattel verbessern – Lob und Pausen inbegriffen. Außerdem zeigt Horsemanship-Trainerin Claudia Miller mit praktischen Übungen, worauf es bei einer guten Kommunikation im Umgang mit dem Pferd ankommt. Die April-Ausgabe der Reiter Revue gibt es ab dem 24. März im Handel. Hier können Sie das Heft online vorbestellen.