01.08.2008 - Gute Stimmung trotz Bürokratie
Ihre Unterbringung in den klimatisierten Stallungen auf der Reitanlage in Sha Tin lässt keine Wünsche offen. Die Stimmung im deutschen Team ist dementsprechend gut und die Dressurreiter trainieren ihre Pferde auch schon wieder richtig. Geritten wird allerdings zur Vorbereitung abends bei Flutlicht. „So, wie es später bei den Wettkämpfen auch sein wird”, erklärt Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer.
Die Spring- und Vielseitigkeitspferde werden leicht gearbeitet. „Unser Pferde sind gut drauf.“ freut sich Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer. Man lässt das Training aber fünf Tage nach Ankunft der Tiere langsam angehen. Die Gewöhnung der Pferde an das erwartet schwüle Wetter in Hongkong verlief größtenteils problemlos, sagt Reinhard Wendt, der deutscher Chef de Mission: „Bei einigen Pferden machen sich aber jetzt die Strapazen der Reise bemerkbar, die haben einen kleinen Durchhänger und werden nur geführt und etwas longiert.“
Größere Probleme als das Wetter bereiteten der Mannschaft aber die bürokratischen Schwierigkeiten. Die Organisatoren scheinen mit vielen Dingen überfordert zu sein und müssen immer wieder mit dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Peking Rücksprache halten. Besonders betroffen von diesen organisatorischen Defiziten sind die Reservereiter - Springreiter Heinrich Hermann Engemann und Dressurreiterin Monica Theodorescu - und deren Pferdebesitzer, die nach der Ankunft gar nicht zu ihren Pferden hingelassen wurden. „Die werden hier behandelt wie Außenseiter“,klagt Wendt. „Das ist wirklich schlimm, wenn man weiß, was gerade die Reservereiter auf sich nehmen“. Am kommenden Wochenende hoffen die Dressur- und Springreiter das erste Mal im Hauptstadion trainieren zu können. (md)