Deja vu im Busch
Es ist ihm gelungen - Frank Ostholt konnte mit Air Jordan erneut die Aachener Vielseitgkeit gewinnen. Zunächst hatte der Warendorfer mit seinem Olympiakandidaten Mr. Medicott durch einen vorbildlichen Geländeritt mit minimaler Zeitüberschreitung die Führung übernommen (54,10) und war von der Konkurrenz so leicht nicht zu schlagen. Denn in dem von Rüdiger Schwarz gebauten Kurs galt es, einige technisch anspruchsvolle Finessen zu meistern und auch die Zeit einzuhalten, stellte sich als schwieriges Unterfangen heraus. Mit seinem Vorjahressieger Air Jordan schlug Frank Ostholt sich dann jedoch selbst: Frisch und motiviert legte der Routinier eine gigantische Runde hin und unterschritt als einziges Pferd die vorgegeben Zeit sogar um 3 Sekunden, so dass er mit seinem Ergebnis von 50,20 abschließen konnte. “Ich bin so glücklich, dass Jo Jo hier so eindrucksvoll zurück kehren konnte, nach der EM 2007 in Pratoni und den Schwierigkeiten in Luhmühlen hatte ich mir schon ein paar Gedanken gemacht. Aber jetzt ist Air Jordan wieder voll da - und ich hoffe, dass er hier in Aachen 2009 auch wieder gewinnt”, so der 32-jährige Sieger der Prüfung. Beinahe hätte er sich noch dem 23-jährigen Niederländer Tim Lips geschlagen geben müssen, der nach Dressur und Springen die Wertung anführte. Doch der Sohn des holländischen Bundestrainers, der ursprünglich im Springsport unterwegs war, hatte vor allem Hong Kong im Blick und musste für das Olympia-Ticket unbedingt unter die ersten 12 kommen. “Ich wollte nichts riskieren, deshalb habe ich auch einmal den langen Weg gewählt, um kein Risiko einzugehen. Ich hoffe aber, dass man sich meinen Namen jetzt merken wird”, so der neue Stern am Buschreiterhimmel, der es in der Endwertung auf Platz zwei schaffte, selbstbewusst. Auf Platz drei setzte sich Frank Ostholt mit Mr. Medicott (54,1), gefolgt von einem hoch zufriedenen Andreas Dibowski (54,7) und Hinrich Romeike (56,7). Letzterer lobte seinen Superschimmel Marius in den höchsten Tönen: “Ich könnte ihm einen mechanischen Affen auf den Rücken setzen, der sucht sich seinen Weg wie eine Blutspur. Phänomenal!” Etwas Pech hatte Ingrid Klimke, die mit Siegeschancen ins Gelände startete. “Am Wasser ging alles ganz schnell, da hat Braxxi das schmale Element einfach nicht erkannt und schon waren wir vorbei” - und landeten damit nur noch auf Rang 18, was den Bundestrainer jedoch nicht irritierte, da das Paar sonst keinerlei Schwierigkeiten hatte. Viel mehr Sorgen macht sich Hans Melzer derzeit um Bettina Hoy: Ihr Ringwood Cockatoo war im gestrigen Springen bei einer Verweigerung in den Rolex-Sprung geprallt und hatte sich dabei eine Zerrung in der Hinterhand zugezogen, weshalb er heute im Gelände nicht antreten konnte. “Das Pferd war heute in der Klinik, zum Glück ist nichts wirklich ernstes passiert. Aber wir müssen jetzt schauen, was die Tierärzte zu seiner Genesung sagen und dann überlegen, wie wir für Hongkong planen können”, so Melzer. Eins ist sicher: In die Quarantäne will er mindestens sieben Paare mitnehmen, um kein Risiko einzugehen und sich bis zum Schluss alle Chancen offen zu lassen. Bevor der Ausschuss heute Abend für Olympia plant, kann das Team erst einmal feiern: Denn die Mannschaft gewann auch den letzten in Aachen ausstehenden Nationenpreis ganz souverän (188,4) vor Schweden (192,5) und Großbritannien (215,4). Auf den Plätzen vier, fünf und sechs folgten Belgien, Italien und Frankreich.
Impressionen aus dem Busch …






