- Leipzig - Wenn 8.000 Zuschauer kommen und Volksfeststimmung verbreiten, weil sich vier Räder in den Kurven drehen und 16 Hufe durch den Sand wirbeln, dann ist es Weltcup-Zeit der Vierspänner-Fahrer und Zeit für den Turnierleiter Volker Wulf, sich bei den Fahrern zu bedanken. Dass dann das Gesicht des Siegers Ijsbrand Chardon voller herzlichem Lachen ist, zeigt, wie die Fahrer an ihrem Publikum hängen. "Die Atmosphäre ist hier phantastisch!" Der Niederländer schaffte die beiden Runden in insgesamt 232,61 Sekunden, verfolgt wurde er vom Schweden Tomas Eriksson, der insgesamt 249,21 Sekunden unterwegs war und Zweiter wurde. Ein Glück für Eriksson, dass Chardon über eine Wild Card am Start war - die hat er sich mit einer Email bei Volker Wulf erbeten. Die Regeln sagen, dass Wild-Card-Fahrer zwar gewinnen dürfen, das Siegesgeld in dem Fall von 5.500 Euro einstecken dürfen, aber keine Weltcup-Punkte erhalten. So konnte sich Eriksson die volle Punktzahl sichern und noch für das Weltcup-Finale vom 4. bis 5. Februar in Bordeaux qualifizieren. Da hat sich Chardon längst qualifiziert.
Die weiteren Finalteilnehmer sind: der amtierende Weltmeister Boyd Exell (AUS), Koos de Ronde (NED), Jozsef Dobrovitz (HUN) und Zoltan Lazar (HUN).
Christoph Sandmann aus Lähden ergatterte sich zwar in Leipzig in 255,05 Sekunden den dritten Platz, hat aber als Saisonziel die Weltmeisterschaft in Riesenbeck im Sommer im Auge.
Reiter Revue International: Wollen Sie tatsächlich nach der Weltmeisterschaft in Riesenbeck aufhören?
Christoph Sandmann: Riesenbeck wäre ein super Abschluss für mich, weil ich hier vor 20 Jahren meine ersten WM-Medaillen gewonnen habe: Mannschafts-Gold und Einzel-Bronze. Um mich aber für die WM vorzubereiten werde ich in der grünen Saison noch einige Turniere fahren, der Turnierplan steht bereits - für die WM braucht man einfach Routine. Und wenn ich mich dann in der grünen Saison für die Weltcup-Saison 2012/2013 qualifizieren kann, würde ich mich gerne nochmal dafür entscheiden, denn in den letzten zwei Jahren habe ich die Weltcup-Saison ausgelassen.
RRI: Warum wollen Sie denn aufhören?
Sandmann: Ich bin beruflich sehr eingebunden und bin der einzige Amateur im Vierspänner-Sport. Inzwischen ist dieser Sport so professionell geworden, dass es als Amateur immer schwieriger wird, wenn man mithalten will.
RRI: Ihre Tochter Anna Sandmann wird ihre Nachfolgerin?
Sandmann: Meine Tochter ist 16 und macht noch eine kaufmännische Ausbildung. Sie war im letzten Jahr mit meiner Pflegerin Carola Diener mit den Zweispännern unterwegs, Carola ist Weltmeisterin geworden. Anna trainiert schon vierspännig, aber ob sie das im Sport macht, ist noch offen. Es gibt zwar vereinzelte Frauen im Vierspännersport, aber ehrlich gesagt: Da gehört einfach schon viel Kraft dazu.
RRI: Planen Sie denn eine Abschieds-Tournee a la Michael Freund?
Sandmann: Ich bin nicht Freund, ich war immer Amateurfahrer, hatte auch nie Sponsoren, habe mich auch nie darum bemüht. Das Fahren ist meine Leidenschaft, die Verbundenheit zu dem Sport wird mir auch immer bleiben. Aber eine Abschiedstournee wird es nicht geben. Und was kaum einer weiß: Ich habe drei Einzelmedaillen auf Weltmeisterschaften gewonnen, eine Silberne und zwei Bronzene. Michael Freund hatte nur zwei! Ich hoffe natürlich auch auf Riesenbeck, dass es noch mehr werden. Nur bitte nicht wieder Vierter wie bei der WM in Kentucky 2010. Dann lieber Sechster oder Achter!
-coh-
Karten für die internationale Vielseitigkeit in Marbach, für das Dressurfestival in Lingen und dem Wiesbadener Pfingstturnier zu gewinnen! Züchter aufgepasst: Freisprung von... Weiterlesen: Gewinne, Gewinne, Gewinne …
Kommentare
Kommentarfunktion de-/aktivieren