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Weltcup Göteborg: Ahlmann siegt/ Guerdat führt

Ahlmann
Christian Ahlmann siegt mit Taloubet Z. Foto: S. Lafrentz

Christian Ahlmann hat nach dem enttäuschenden Auftakt gestern sein Lächeln zurück. Kein Wunder, wenn man einen Ferrari reitet. Im Gesamtranking führt allerdings der Schweizer Steve Guerdat, aber auch zwei deutsche Reiter haben noch beste Chancen auf den Sieg im Weltcup-Finale am Montag.

Göteborg/SWE – Im zweiten Springen des Weltcup-Finales lief für Christian Ahlmann alles nach Plan. Mit Taloubet Z blieb er im Umlauf fehlerfrei und qualifizierte sich fürs Stechen, das er als erster Reiter eröffnen musste. Nicht gerade die beste Ausgangslage, aber mit einem Ferrari unter dem Sattel für den Erfolgsreiter aus Marl kein Problem. "Ich vergleiche Taloubet gerne mit einem Ferrari, da er aus dem Nichts einen unglaublich kraftvollen Sprung entwickeln kann", beschreibt Ahlmann seinen 16-jährigen KWPN-Hengst. Sein Plan vor dem Stechen: Vorwärts zu reiten und die Konkurrenz damit unter Druck zu setzen. Nach dem Stechen sagte er: "Das hat gut geklappt, aber Taloubet ist auch einfach unglaublich. Ein Pferd wie ihn habe ich noch nie gehabt", lächelt der Springreiter, der nach den zwei Springfehlern mit Colorit im Auftakt-Springen am Freitag schwer enttäuscht war. Dank seines Erfolgs in der zweiten Finalprüfung hat er sich von Rang 25 in der Gesamtwertung auf Platz zehn vorgearbeitet. So kann es am Montag weitergehen. "Eine Platzierung unter den ersten fünf ist möglich", rechnet Ahlmann seine Chancen für die Finalwertung aus. "Aber erst einmal muss ich gut reiten", verliert er nicht die Bodenhaftung.

Ebenfalls auf Platz zehn in der Gesamtwertung übernachtet der Ire Denis Lynch, der im heutigen Springen Platz zwei belegte. Sein Hannoveraner All Star von Argentinus blieb ebenfalls in beiden Runden fehlerfrei, war im Stechen aber deutlich langsamer. Rund fünf Sekunden um genau zu sein. Deshalb gleiche All Star auch keinem Ferrari sondern eher einem Landrover, scherzte Lynch. Sein Glück war heute, dass die anderen Reiter Fehler machten. "Mein Pferd ist nicht so schnell", sagte Lynch.

Über den dritten Platz im heutigen Springen, das deutlich schwerer war als der Parcous am Freitag, freute sich der Niederländer Harrie Smolders mit seinem Emerald N.O.P von Diamant de Semilly. Und was für ein Auto ist das? "Ein Aston Martin", sagte Smolders ohne zu zögern. Man glaubt ihm gerne, dass es purer Luxus ist, den Fuchshengst zu reiten. "Er ist fantastisch und hebt richtig ab", fuhr der Niederländer fort. Heute flog der Hengst übrigens so überragend, dass auch Smolders nur noch festhalten half. Auch im Gesamtranking belegt Harrie Smolders aktuell Platz drei. Genau wie Daniel Deußer, der im zweiten Springen leider nicht das Stechen erreichte. Im Umlauf sprang sein Cornet D'Amour die Triplebarre zu Beginn der Dreifachen nicht weit genug. Sein heutiges Ergebnis: Platz zwölf.

Im Gesamtranking führt Steve Guerdat, der Weltcup-Sieger vom vergangenen Jahr, mit seinem hochveranlagten Corbinian. Dabei ist der westfälisch gebrannte Cornet Obolensky-Damiani-Sohn gerade einmal zehn Jahre alt, aber nicht unerfahren auf großem Parkett, allerdings bislang nur mäßig erfolgreich. "Wir müssen noch zusammenwachsen. Es fällt mir schwer, an seine Qualitäten zu kommen", so Guerdat nach seinem vierten Platz im zweiten Springen. Dafür läuft es in Göteborg bislang aber sehr gut für ihn.

Vom Publikum frenetisch wurde Marcus Ehning mit dem Landbeschäler Cornado NRW. Zum einen weil die Runden der beiden immer schön anzuschauen sind, zum anderen weil die Leistung stimmt. Im Stechen kassierten sie heute aber zwei Fehler und beendeten die Prüfung somit auf Platz fünf. In der Gesamtwertung macht das Platz zwei. Beste Chancen also für Ehning, um nach 2003, 2006 und 2010 zum vierten Mal nach einem Weltcup-Sieg zu greifen.

Für Marco Kutscher und Chaccorina reichte es für Platz sechs nach zwei Abwürfen im Stechen. Die zehnjährige Stute überraschte ihren Reiter mit der guten Leistung im Umlauf. „Es war schon stark, dass wir überhaupt ins Stechen gekommen sind“, sagte Kutscher. „Dort hätte ich vor dem Oxer das Tempo vielleicht ein bisschen rausnehmen müssen. So sind im Eifer des Gefechts dann diese zwei Fehler passiert. Aber trotzdem freue ich mich, weiterhin so gut dabei zu sein.“ Platz neun nehmen Kutscher und Chaccorina im Gesamtklassement ein.

Enttäuscht war hingegen der 22-jährige Niklas Krieg nach seiner Runde. Mit seinem Top-Pferd Carella zeigte er im Umlauf wirklich eine brilliante Runde. Zumindest bis zum elften Hindernis, dort fiel die Stange, der Anschlussfehler an Sprung zwölf ließ sich auf der Distanz nicht verhindern. Doch auch das fünfte deutsche Paar reiht sich in der Gesamtwertung vor dem entscheidenden Tag unter den besten 15 Paaren ein. Das kann sich sehen lassen und stimmt Bundestrainer Otto Becker durchweg optimistisch. Die finale Prüfung der Springreiter beginnt am Ostermontag um 13 Uhr.

Am morgigen Sonntag steht bereits die Entscheidung um den Gesamtsieg im Weltcup-Finale der Dressurreiter an. Die Grand Prix Kür steht um 13.15 auf dem Programm. Fabienne Lütkemeier startet um 15.10 Uhr und Jessica von Bredow-Werndl um 15.50 Uhr. -saw-

Zum Prüfungsergebnis

Zum Gesamtklassement


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