Sport

Schweizer Nachwuchsreiterin Estelle Wettstein nach positivem Dopingtest gesperrt

Estelle Wettstein
Estelle Wettstein und Friedrich der Große, hier beim CDIO in Hagen 2015. Foto: S. Lafrentz

Noch im September 2015 feierte Estelle Wettstein, U25-Talent im Dressur- und Springsattel, ihren Schweizer Meistertitel mit Friedrich der Große im Viereck. Doch wie jetzt bekannt wurde, musste sie ihre Medaille abgeben und eine einmonatige Sperre verbüßen. Grund: ein positiver Doping-Befund bei den Meisterschaften. Ursache: vermutlich kontaminiertes Futter.

Wermatswil/SUI – Die Parallelen zum Fall von Steve Guerdat sind greifbar. Bei Estelle Wettsteins Dressurcrack Friedrich der Große wurden im Rahmen der Schweizer Meisterschaften 2015 in Turbenthal die verbotenen Substanzen Codein und Oripavin sowie das unter kontrollierter Medikation geführte Morphin festgestellt. Jene Substanzen also, die auch im Fall ihres Landsmanns Guerdat vergangenes Jahr für Aufsehen sorgten: Bei seinen Pferden Nino de Buissonnets und Nasa waren sie im Frühjahr 2015 in geringen Mengen festgestellt worden. Guerdat war jedoch – nach einer zunächst verhängten Sperre – von dem Tribunal des Weltreiterverbandes FEI freigesprochen worden. Grund: er hatte glaubhaft versichern können, dass der positive Befund auf mit Schlafmohnsamen verunreinigtes Futter zurückzuführen war. Daraufhin hatte der Schweizer Verband seinen Reiter geraten, ihre Futterbestände zu kontrollieren und den betroffenen Futterhersteller zu wechseln. Das habe man laut Estelle Wettstein auch getan. Im Interview mit der Pferdewoche sagte die 19-Jährige: „Wir haben bei unseren Sportpferden sämtliche Futterkisten, Futtertröge, Eimer und Boxen sowie den Pferdetransporter ausgeräumt und gereinigt und taten somit alles, was der Verband empfahl.“ Und weiter: „Das alles macht einen so ohnmächtig. Schon mit einem verunreinigten Haferkorn können verbotene Substanzen nachgewiesen werden. Dadurch wird auch klar, dass kein Futterlieferant garantieren kann, dass sein Futter frei von verbotenen Substanzen ist.“
Nach dem „Fall Guerdat“ hatte der Weltreiterverband das Konzept der sogenannten „Specified Substances“ eingeführt, unter welche auch Stoffe wie Schlafmohnsamen fallen – in der Hoffnung, dass man in solchen Fällen flexibler handeln könne. Diese Regel gilt jedoch erst seit 1. Januar 2016 und kam für Estelle Wettstein zu spät. Sie hatte ihre Sperre vor Veröffentlichung ihres Falls „abgesessen“, vom 7. Dezember 2015 bis 7. Januar 2016. Gegenüber der Pferdewoche sagte sie: „Diese Sperre wird damit begründet, dass wir nicht alle zumutbaren Sorgfaltsmaßnahmen zur Verhinderung des positiven Befunds getroffen haben. Wir konnten leider keinen gegenteiligen Beweis erbringen, daher hat der Verband absolut korrekt gehandelt. Aber trotzdem schmerzt es sehr, denn wir können uns nach wie vor nicht erklären, wie das alles passieren konnte.“ -kl-

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Schlagworte

Estelle, Schweizer, Wettstein, Sperre, Guerdat, Friedrich, Substanzen, Verband, Befund, Meisterschaften

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