Sport

Frankfurt: Thomas Wagner gewinnt mit Very Keen das Louisdor-Finale

Wagner
Thomas Wagner hat 2012 mit "Very Keen" das beste Nachwuchs-Grand-Prix-Pferd Deutschlands, denn die beiden siegten im Louisdor-Preis.

Die zweite Finalprüfung beim internationalen Reit-Turnier in Frankfurt war an diesem Wochenende des Louisdor-Preises, die Serie für Nachwuchs-Grand-Prix-Pferde. Die beste Visitenkarte hatte hier der KWPN-Wallach Very Keen abgegeben, mit viel Feingefühl von Thomas Wagner aus Bad Homburg vorgestellt ...

Frankfurt. 14 acht- bis zehnjährige Dressurpferde waren beim Finale des Louisdor-Preises am Start, die momentan noch auf dem Sprungbrett in den großen Grand-Prix-Sport wippen. Das ist der Sinn der Serie, der seit dieser Saison Louisdor-Preis heißt (ehemals Tesch-Inkasso- oder Medien-Cup), neuer Sponsor ist die Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung aus Kronberg, die vorerst mal bis 2014 an den Preis gebunden ist. Diese Serie haben bereits Pferde wie Dablino, Carabas oder El Santo gewonnen, alles Pferde, die danach auf großen Championaten zugegen waren.
Der Louisdor-Preis hatte in Frankfurt in der Festhalle sein Finale. Die Reiter konnten während der Saison ihre Pferde auf verschiedenen Stationen qualifizieren. Der Clou oder die Klippe des Finales bestand darin, dass in Frankfurt die Einlaufprüfung noch mit Gerte geritten werden durfte, die Finalprüfung zwei Tage später ohne Gerte und mit der speziellen Nachwuchs-Grand-Prix-Aufgabe, mit schwierigen Linien und Piafftritten, die in der Einlaufprüfung noch in kleinerer Anzahl und mit viel Vorwärts abgefragt wurden. Ein schwerer Sprung für die in diesem Sport noch jungen Pferde, sagen die ein oder anderen Reiter. "Das macht die Sache spannend", sagt dagegen die Richterin der Prüfung, Katrina Wüst. "Es ist schon ein ausgewachsener Grand Prix, dazu diese Halle, da gab es große Unterschiede zu sehen, aber die Pferde sollen ja nächstes Jahr in den Grand-Prix-Sport starten!" Eine Feuerprobe also, die in diesem Jahr der zehnjährige KWPN-Wallach Very Keen unter Thomas Wagner mit 71,86 Prozent und der Siegerschleife bestanden wurde. Eine schön anzusehende Prüfung lieferte das Paar aus Bad Homburg ab. Die Versammlungsbereitschaft des Wallaches kommt dabei wohl nicht zuletzt von der genetischen Kraft des Vaters, Oklund ist nämlich selbst ein Springpferd.

Thomas Wagner, 30, ist Berufsreiter und leitet mit seinem Bruder gemeinsam den elterlichen Kronenhof in Bad Homburg. Vor dreieinhalb Jahren habe ihn Christoph Koschel angerufen, er hätte da ein Pferd für ihn – wohl wissend, dass Thomas Wagner ein besonderes Händchen für kribbelige Pferde hat. "Ich hatte früher viel schwierige Pferde und mag das auch, denn da kann ich als Reiter etwas draus machen, und mein eigenes Können wird viel mehr gefordert." Das Siegerpferd Very Keen hat laut Wagner einen "unheimlichen Geh- und Arbeitswillen, den muss man in die richtige Bahnen lenken." Das gelang bereits 2010 ganz gut, da wurde das Paar im Nürnberger Burg-Pokal im Finale Vierter. "Und heute kommt das kribbelige Wesen ihm zugute, gerade wenn es um die Piaffen und Passagen geht", schätzt Wagner die Stärken seines Pferdes ein. Zuhause sieht die tägliche Arbeit so aus: "Viel Lösungsarbeit, viele Übergänge, und ihn damit auch bei Laune zu halten. Er kommt oft aufs Paddock oder auf die Weide. Beim Reiten hält er allerdings auch den Reiter bei Laune. Inzwischen kämpft er für einen. Das mag ich: Kribbelig ohne verrückt zu sein." Das Ziel ist  nun 2013 die Deutsche Meisterschaft der Dressurreiter in Balve. Trainiert wird Wagner von Konrad Schumacher und in den letzten Wochen auch von Oliver Luze, der ebenfalls schonmal Sieger des Nachwuchs-Grand-Prixes war: 2008 mit Carabas.

Zweitplatzierte im Finale war Ingrid Klimke aus Münster auf dem Fuchswallach mit der auffallenden Riesen-Schnippe: Liostro von Le Primeur. Das Paar legte eine akurat gerittene Prüfung hin, die schnurgeraden Wechsel waren nur eine Lektion, die wie aus dem Lehrbuch wirkte. 71,25 Prozent gab es für dieses Paar. "Liostro ist ein wenig schüchtern, ich hoffe, er gewinnt noch mehr Kraft und Selbstbewusstsein, damit er in Zukunft noch mehr zeigt, was in ihm steckt", kommentierte Ingrid Klimke.

Auf Rang drei lagen insgesamt drei Pferde, auf drei Stellen hinterm Komma stand die gleiche Prozentzahl von 68,97. Dies war  Sommerliebe von Show Star, geritten von Dr. Ilka Boening (68,97) aus Westbevern; Birkhof's Dave von Denaro, geritten von Nicole Casper aus Donzdorf und Dance on von Dream of Heidelberg, vorgestellt von Victoria Michalke aus München, die derzeit in fast allen Nachwuchsklassen die Dressurpferde von morgen erfolgreich vorstellt.



Dass am Sonntag Morgen allerdings die Festhallen-Ränge noch einige leere Stühle zur Schau stellte – im Gegensatz zum mit 6.200 Zuschauern sehr gut besuchten Nürnberger Burg-Pokal-Finale am Samstag Mittag – soll für die Veranstalter künftig keine Programm-Änderung ergeben. Mit-Veranstalter Klaus Martin Rath dazu: "Der Louisdor-Preis soll einen festen Platz in Frankfurt bekommen und muss seine Chance erhalten, genauso in die Zuschauergunst zu wachsen wie der Nürnberger Burgpokal. Ich kann mir vorstellen, das wird genauso erfolgreich werden."



Der Sieger Thomas Wagner freut sich erstmal auf Weihnachten, denn in diesen Tagen wird er erst einmal überlegen: "Ich habe ja jetzt ganz neue Denksanstöße bekommen, die Budnestrainer haben nämlich gesagt: 'Geh' mal den Turnierkalender durch, wo würdest Du gerne reiten?" So hat auch dieser Nachwuchspreis, der ebenso wie der Nürnberger Burg-Pokal, nicht nur das Reservoir für die Zukunftspferde transparent gemacht, sondern gibt auch "neuen" Reitern eine Chance, von sich Reden zu machen. -coh-

Das interessiert Sie bestimmt auch:

Schlagworte

Pferde, Louisdor, Wagner, Frankfurt, Finale, Thomas, Grand, Prix, Keen, Sport

Kommentare

Kommentarfunktion de-/aktivieren

Kommentar hinzufügen...
Kommentieren

Gewinne, Gewinne, Gewinne…

Stars der deutschen Reitponyzucht Gewinne, Gewinne, Gewinne! Wir verlosen Eintrittskarten für die Paderborn Challenge, fünf DVDs "Hannahs Rennen", zehn Bücher "Stars der deutschen Reitponyzucht" und einen Freisprung von Trakehner-Hengst Scaglietti.

Zu den Gewinnspielen

Reiter-Revue-Kino genießen!

KinoVon nun an finden Sie jeden Monat neue Filme auf unserer Homepage. Mit einem Klick sitzen Sie bei uns in der ersten Reihe. Zu den Filmen

Redaktionsfunk

Termine

Zur Übersicht aller Termine …

Bleiben Sie auf dem Laufenden