Zucht

Erste Sportprüfung für Hengste

Am Wochenende bewiesen sich vier- und fünfjährige gekörte Hengste in der ersten Sportprüfung nach der Reform der Hengstleistungsprüfung. 32 Pferde stellten sich dem Richtergremium. Das Fazit fällt im Großen und Ganzen positiv aus. Einige Kinderkrankheiten fielen bei der Premiere aber noch auf.

Münster – Im westfälischen Pferdezentrum in Münster-Handorf wurde die erste Sportprüfung ausgetragen. 19 dressurbetonte, elf springbetonte und jeweils ein vielseitig veranlagter Hengst jeder Altersklasse schlossen die dreitägige Veranstaltung ab. „Wir sind sehr zufrieden mit der Premiere, auch wenn sich kleine Details sicherlich noch optimieren lassen. Insgesamt kann man sagen, dass diese neue Prüfungsform dem gewünschten Reformziel der Zuchtverbände die Hengstleistungsprüfung – kürzer, sportlicher und disziplinspezifischer – voll entspricht“, zog Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des FN-Bereichs Zucht, ein erstes Fazit.

Lob bekamen die Veranstalter für die kommentierten Ritte am Sonntag. Die Fremdreiter wurden bei ihren Testritten nämlich von Disziplinexperten angeleitet. Die Zuschauer bekamen so einen reellen Eindruck vom bisherigen Ausbildungsstand der Pferde und eventuellen Schwächen.

Kritik gab es hingegen für die vielen Umbaupausen am ersten Prüfungstag, da abhängig von Alter und Disziplin – Springen oder Vielseitigkeit – unterschiedliche Parcours absolviert werden mussten. Auch der Parcoursaufbau fand nicht nur Zuspruch, die Linienführung hatte teilweise ihre Tücken. Sie soll für die kommenden Prüfungen überarbeitet werden.

Zu den Ergebnissen: Mit einer gewichteten Endnote von 8,37 erzielte der Oldenburger Rapphengst Santo Dottore von Sir Donnerhall - Rubinstein I aus der Zucht von Günter Lüschen in Wardenburg und vorgestellt von Katrin Burger das beste Ergebnis bei den fünfjährigen dressurbetonten Hengsten. Dabei flossen insgesamt fünf Noten – für Trab, Galopp und Schritt sowie für die Rittigkeit und den Gesamteindruck als Dressurpferd – in das Ergebnis ein.

Bei den Vierjährigen beendeten gleich zwei Hengste ihre Prüfung im sehr guten Bereich: der Hannoveraner Bon Coeur von Benetton Dream-Sandro Hit aus der Zucht von Klaus Knickrehm in Lütjensee der eine glatte 9,0 als Endnote erzielte, sowie der aktuelle Bundeschampion Fürst William. Der Oldenburger von Fürst Wilhelm-Lord Sinclair I aus der Zucht von Monika Stärk, Merzen beendete den Sporttest sogar mit einer gewichteten Endnote von 9,11. Insgesamt schlossen acht der insgesamt 13 vierjährigen Hengste die Prüfung mit einem positiven Resultat ab. Drei blieben im Endergebnis unterhalb der vorgeschriebenen Note von 7,5, zwei weitere Hengste wurden auf Veranlassung des Anmelders bzw. der Bewertungskommission von der Prüfung zurückgezogen und blieben ohne Ergebnis. Für diejenigen, die die Sportprüfung wiederholen müssen, soll in Kürze eine Wiederholungsmöglichkeit angeboten werden. An ihr sollen auch die Hengste teilnehmen können, die an der wegen zu geringer Nachfrage abgesagten Sportprüfung für Hengste in München teilnehmen wollten.

Die Anmelder der springbetonten Hengste müssen sich darüber keine Gedanken machen. Hier erzielten alle Teilnehmer das erforderliche Mindestergebnis von 7,50. Die höchste gewichtete Endnote der Springhengste erzielte mit der 7,97 bei den Fünfjährigen der Westfale Magic Max von Mylord Carthago-Stakkato  aus der Zucht von Friedrich Niemeyer in Petershagen, allerdings trennten ihn nur einige Hunderstel von seinen Mitbewerbern. Deutlich größer war die Bandbreite bei den Vierjährigen, bei denen nach der Überprüfung durch Fremdreiter Richard Hannöver in Zusammenarbeit mit dem Disziplinexperten Peter Teeuwen der Hannoveraner Flic Flac vom Landgestüt Celle die Nase vorn hatte. Nach Beurteilung von Galopp, Springvermögen und -manier, Rittigkeit und Gesamteindruck als Springpferd kam die Bewertungskommission zu einer gewichteten Endnote von 8,73. Damit rangiert der Flipper d’Elle-Sohn aus einer Mutter von Con Air und der Zucht von Wilhelm Hacke in Datteln knapp vor dem Holsteiner Verbandshengst Zuccero von Zirocco Blue-Caretino (Züchter: Hanno Köhncke) mit der Endnote 8,69. Abgeläutet, wie bei einer Turniersportprüfung, wurde aber keiner, wie einige vielleicht befürchtet hatten. Stattdessen wurde sich für die Hengste viel Zeit genommen und einzelne Sprünge oder Sprungfolgen, die nicht auf Anhieb klappten, konnten wiederholt werden. „Fürs nächste Jahr sollten die Anforderungen und insbesondere auch die Linienführung noch einmal überdacht werden“, war sich Peter Teeuwen mit seinen Kollegen der Bewertungskommission einig.

Bei den Vielseitigkeitspferden überzeugte der vierjährige Hannoveraner Gentleman von Grey Top-Fabriano. Er absolvierte die aus einer Rittigkeitsprüfung und einem kleinen Parcours bestehende Prüfung mit Bravour. Vorgestellt wurde er von Sandra Auffarth. Seine gewichtete Endnote:  8,67.

Die Sportprüfung für Hengste ist seit 2016 neuer Bestandteil des überarbeiteten Hengstleistungsprüfungskonzepts. Drei Tage dauert die Sportprüfung für Hengste: Beginnend am Anreisetag mit der Möglichkeit eines freien Trainings, gefolgt am ersten Prüfungstag mit einem Pflichttraining unter den Augen der Bewertungskommission sowie einem anschließenden Aufgaben- beziehungsweise Parcoursreiten unter dem eigenen Reiter und schließend am zweiten Prüfungstag mit einer Überprüfung der Rittigkeit in gemeinsamer Abstimmung zwischen Fremdreiter und Disziplinexperten. -FNpress/saw-

Die Ergebnisse der Sportpferdeprüfung für gekörte Hengste finden Sie hier auf rimondo.

Alle Ergebnisse unter www.hengstleistungspruefung.de

Schlagworte

Hengst, Sportprüfung, Zucht, Endnote, Insgesamt, Fremdreiter, Disziplinexperten, bekamen, Premiere, Hengstleistungsprüfung

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