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24.06.2009
Isabell Werth positiv getestet und suspendiert

Jetzt sind auch die Dressurreiter dran!

Werth
Isabell Werth auf dem Wiesbadener PfingstTurnier

Bild: J. Appelbaum

Warendorf/Wiesbaden – Olympiasiegerin Isabell Werth aus Rheinberg ist bis auf Weiteres vom Weltreiterverband (FEI) von allen Turnieren suspendiert. Im Rahmen einer stichprobenartigen Medikationskontrolle am 30. Mai 2009 auf dem Internationalen PfingstTurnier in Wiesbaden wurde bei ihrem zehnjährigen Nachwuchspferd Whisper die Substanz Fluphenazine gefunden.
 
Das Mittel ist in der Humanmedizin als Psychopharmaka bekannt. Im Reitsport verursachte es einen Dopingskandal im Fall Cian O´Connor. Das Pferd des irischen Springreiters Waterford Crystal wurde bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen bereits unter anderem positiv auf diese Substanz getestet. Daraufhin musste O´Connor die gewonnene Einzelgoldmedaille abgeben. Fluphenazine wird in der Humanmedizin zur Behandlung schwerer psychischer Störungen wie Schizophrenie und Angstzuständen eingesetzt. Nach dem Auftreten der Substanz im Fall Cian O´Connor waren sich alle Reiter, Verbände und Veranstalter einig, dass dieser Wirkstoff nicht ins Pferd gehört.
 
Für die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) sei die Nachricht eine Katastrophe für den Pferdesport. "Wir lassen uns aber nicht entmutigen und werden den eingeschlagenen Weg für einen fairen Pferdesport fortsetzen", sagt FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. Unter dem eingeschlagenen Weg sind die Ermittlungen der unabhängigen DOSB-Sonderkommission Reiten zu verstehen, die nach den jüngsten Missständen im Springsport ins Leben gerufen wurde. Geleitet wird diese Sonder-Kommission von Professor Udo Steiner, ehemaliger Bundesverfassungsrichter, welcher laut Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) zu keinerlei Statement bereit ist. Ebenso fühle sich der DOSB laut seiner Pressestelle nicht in der Sache involviert, dazu sei die Sonderkommission beauftragt.

Isabell Werth
Werth bei den Deutschen Meisterschaften in Balve

Bild: S. Schnieder

Bereits Mitte Mai auf einer Podiumsdiskussion in Langenfeld traf Isabell Werth pikante Aussagen, die nun umso schwerer wiegen: "Es geht niemanden außer Besitzer, Tierarzt und Reiter etwas an, was ein Pferd an Behandlungen bekommt." Im Stall Werth sitzen derzeit alle Betroffenen zusammen. Heute Nachmittag wird eine Pressemitteilung der Dressurreiterin erwartet. Telefonisch war sie bislang nicht zu erreichen. Vermutlich wird Isabell Werth umgehend die Öffnung der B-Probe beantragen. Die Regelung, dass Reiter und Pferde bereits nach einer positiven A-Probe suspendiert werden, besteht seit Anfang 2008. Für Morgen hat die FEI eine Anhörung angesetzt, in der entschieden wird, ob die vorläufige Suspendierung aufrecht erhalten wird.
 
Whisper ist der erste positive Dopingfall im deutschen Dressurlager seit den Olympischen Spielen in Hongkong und seitdem die FN verstärkt den Kampf gegen Doping aufgenommen hat. - red -
 
 
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