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21.01.2010
CHIO Aachen: Neue Dressur-Regeln

Beim CHIO Aachen 2010 werden neue Dressurregeln getestet. Sie sind das Ergebnis der Task Force Dressage, die im Sommer 2009 Vorschläge für ein neues Regelwerk bei Olympischen Spielen erarbeitete.


Dressur
Das Aachener Dressurstadion.

Bild: CHIO Aachen

Aachen – Nach den Olympischen Spielen in Hongkong 2008 wurde der Ruf nach einer Veränderung in der Bewertung von internationalen Dressurprüfungen so laut, dass Handlungsbedarf bestand. Der Weltreiterverband FEI setzte die Arbeitsgruppe Task Force Dressage ein, die detaillierte Vorschläge zur Verbesserung des Richterverfahrens bei Olympischen Spielen erarbeiten sollte. Unter dem Vorsitz von Frank Kemperman, Turnierdirektor des CHIO Aachen, entwickelten im Sommer 2009 internationale Grand Prix-Richter wie Peter Holler, Rolf-Peter Fuß und Kathrina Wüst Ideen, um den Dressursport noch transparenter und objektiver zu gestalten. Richter wurden zum Beispiel an andere Bahnpunkte gesetzt, Videoanalysen wurden mit Richterbewertungen verglichen, das Notensystem verändert. Die im November 2009 im Rahmen der Generalversammlung der FEI genehmigten Vorschläge sollen nun dieses Jahr beim CHIO Aachen, vom 9. bis 18. Juli, in der Dressur als Pilotprojekt angewandt werden.

- Der Nationenpreis wird nun im Grand Prix (Donnerstag) und im Grand Prix Special (Samstag) ausgetragen. Jeder Reiter einer Mannschaft muss demnach zweimal reiten.
- Ein Land darf vier Reiter mitbringen, aber nur drei von ihnen dürfen als Mannschaft starten, es gibt kein Streichergebnis mehr.
- Statt fünf Richtern sollen versuchsweise sieben Richter eingesetzt werden.
- Richter dürfen statt ganzer auch halbe Noten vergeben.
- In Kür-Prüfungen konzentrieren sich die Richter entweder nur auf die technische oder auf die künstlerische Note. Vorher wird festgelegt, welcher Richter welche Aufgabe übernimmt.
- Es wird ein übergeordnetes Gremium geben, das die Bewertung der Richter kontrolliert. Möglicherweise könnten Noten im Nachhinein korrigiert werden.
 
Das CHIO Aachen hat das Pilotprojekt freiwillig übernommen. Der Ausgang dieses Projektes hat jedoch keine Entscheidung darauf, ob die in Aachen angewandten neuen Regeln bei den nächsten Olympischen Spielen in London 2012 eingesetzt werden. Der Weltreiterverband hat die neuen Regeln bereits genehmigt und würde eine Anwendung in London begrüßen. Die Entscheidung liegt nun allein beim Internationalen Olympischen Komitee IOC, dem die Vorschläge auch schon vorliegen.

kw

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