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Grubenpferde - Kumpel auf vier Beinen

"Grubenpferde - Kumpel auf vier Beinen" lautet der Titel einer Sonderausstellung, die derzeit im Deutschen Pferdemuseum in Verden (Aller) zu sehen ist.

Viele Ausstellungsstücke und Inszenierungen, zum Teil mit lebensgroßen Tierpräparaten, veranschaulichen den Alltag der Grubenpferde, die im Ruhrgebiet mehr als 100 Jahre lang zum Arbeitsalltag im Steinkohlenbergbau gehörten.
 
1853 wurden auf zwei Essener Zechen erstmals Pferde eingesetzt, um die Arbeit der Schlepper unter Tage zu übernehmen. 1910 erreichte der Pferdeeinsatz im Untertagebetrieb des Ruhrbergbaus mit über 8.000 Tieren seinen Höhepunkt.
 
Heute erregen Grubenpferde, die niemals das Tageslicht sahen, vor allem Mitleid. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keine Diskussionen um ihren Einsatz. Wirtschaftliche und zweckrationale Überlegungen gaben den Ausschlag: Pferde erleichterten den Menschen durch ihre Zugkraft nicht nur die Arbeit, sondern steigerten auch die Produktivität des durch die Industrialisierung aufstrebenden Bergbaus.

Bergmann und Pferd beim Buttern.
Bergmann und Pferd beim Buttern.

Die Grubenpferde kamen mit dem Förderkorb unter Tage. Wie lange die Tiere dort blieben, war sehr unterschiedlich. Auf kleineren Stollen bereitete es kein Problem, die Pferde täglich auf die Weide zurückzuführen. Doch bei großen Schachtanlagen blieben die Pferde monatelang oder auch jahrelang unter Tage.
 
Im Stall unter Tage erholte sich das Tier von den Strapazen der Schicht, wurde gepflegt und in regelmäßigen Abständen vom Tierarzt und Hufschmied versorgt. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Grubenpferde beschäftigten den Tierschutz erst in den 1930er Jahren. - pm/md -
 
Die Ausstellung kann noch bis zum 28. Februar 2010 besucht werden.
 
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr.
 
Deutsches Pferdemuseum
Holzmarkt 9
27283 Verden
Tel.: 04231/807-140
Mehr Infos: www.dpm-verden.de

Grubenpferd im Aufzug.
Grubenpferd im Aufzug.

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